Köln - Mitarbeiter der Firma Brunnenbau Conrad aus Thüringen, die zum Unglückszeitpunkt auf der Baustelle arbeiteten, gaben übereinstimmend zu Protokoll, Teile der sogenannten Schlitzwand seien plötzlich eingebrochen. Dabei seien große Mengen Wasser und Kies in die unterirdische Baustelle gespült worden.
Diese Darstellung passe zu der Tatsache, dass Arbeiter sofort nach oben gerannt seien und Mitarbeiter des Stadtarchivs sowie Anwohner gewarnt hätten, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.
Dagegen sollen Mitarbeiter einer anderen am Unglücksort tätigen hessischen Firma ausgesagt haben, das Wasser sei am Boden in die Baustelle eingedrungen.
Die Ermittler hegen den Verdacht, dass die Zeugenaussagen in einer der Firmen womöglich abgesprochen waren, um von eigenen oder fremden Fehlern abzulenken. Das hessische Unternehmen kooperiert seit zehn Jahren mit der Firma Bilfinger Berger, die den Bau des Südteils der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn leitet.
Der Inhaber der Firma sagte, Widersprüche in Zeugenaussagen seien durch "unterschiedliche Wahrnehmungen im Moment der Panik" erklärbar. Absprachen habe es definitiv nicht gegeben. Ein Sprecher von Bilfinger Berger wollte sich nicht äußern. Bei Brunnenbau Conrad hieß es, die Mitarbeiter hätten offen und ehrlich ausgesagt.
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