Hamburg - Vor wenigen Wochen hatte der österreichische Grünen-Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger gefordert, die Stellung von Papst Benedikt XVI. in der Debatte um die Piusbruderschaft müsse wegen der umstrittenen Publikation neu bewertet werden.
Papst Benedikt XVI.: Umstrittene Publikation
Der dem SPIEGEL vorliegende Schriftverkehr zwischen dem damaligen "Aula"-Redakteur Gerhoch Reisegger und dem Vatikan belegt das Gegenteil.
Schon die Nennung des Grazer Verlags hätte im Vatikan Alarm auslösen müssen. Denn nur drei Jahre zuvor hatte dessen Monatszeitschrift "Die Aula" über Österreich hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Herausgeber Herwig Nachtmann hatte für den Holocaust-Leugner Walter Lüftl Partei ergriffen.
In seinem Artikel "Naturgesetze gelten für Nazis und Antifaschisten" hatte der "Aula"-Chef Lüftls 1992 erschienenen Report "Holocaust, Glaube und Fakten" als "Meilenstein auf dem Weg zur Wahrheit" gelobt.
Sogar Jörg Haiders FPÖ, als deren Parteiorgan "Die Aula" bis dahin fungiert hatte, distanzierte sich daraufhin von Blatt und Verlag.
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