Rom - Vor der Küste Libyens sind mindestens zwei Boote mit Hunderten Flüchtlingen an Bord gesunken. Zunächst wurden 21 Leichen und 23 Überlebende geborgen, berichteten italienische Medien. Mehrere hundert Menschen würden noch vermisst. Auf einem Boot seien 257 Menschen gewesen, auf dem zweiten sollen sich 340 Flüchtlinge befunden haben. Die Boote waren in der Nähe von Tripoli gestartet und hatten Kurs auf Italien genommen.
Die Suche nach den Vermissten dauert an. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sollen mehr als 300 Menschen ertrunken sein. Die Schiffe seien offenbar in einen Sturm geraten, sagte der Sprecher der Organistion, Jean-Philippe Chauzy.
Doch noch ist die Unglücksursache unklar. Der britische Sender BBC zitiert einen Sprecher des ägyptischen Außenministeriums, wonach eines der Boote leckgeschlagen sei.
Nach einem Bericht des italienischen Fernsehens wurde ein drittes Boot, das ebenfalls in Seenot geraten war, mit rund 350 Menschen an Bord von einem italienischen Frachter entdeckt.
Am Montag waren bereits über 400 Bootsflüchtlinge in Süditalien angekommen. Ein 20 Meter langes Holzboot mit 249 Menschen, darunter 31 Frauen und acht Minderjährige, erreichte in den frühen Morgenstunden den Hafen von Portopalo an der Südspitze von Sizilien. Zuvor waren in der Nacht 153 Verzweifelte an einem anderen Strand der größten Insel Italiens angeschwemmt worden.
An den Küsten Italiens trafen im Vorjahr nach Angaben des Innenministeriums rund 36.500 Bootsflüchtlinge ein. Der Großteil von ihnen startete die gefährliche Reise über das Mittelmeer von Libyen aus. Oft geraten die überladenen Boote in Seenot und kentern.
Zehntausende Menschen aus Afrika wagen jährlich die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa auf unzureichend ausgestatteten Booten. Die Flüchtlingslager in Italien und Spanien sind hoffnungslos überfüllt, die humanitäre Situation katastrophal.
pad/dpa
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