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09.04.2009
 

Erdbeben in Italien

Papst will Opfern nach Ostern Trost spenden

Schwere Nachbeben erschütterten die italienische Region L'Aquila, noch immer sind nicht alle Toten geborgen. Nun hat der Papst seinen seelischen Beistand angekündigt - allerdings hat er erst nach den Feiertagen Zeit.

Rom - Im Erdbebengebiet in Mittelitalien sorgte am Donnerstagmorgen ein Nachbeben der Stärke 4,3 für neue Angst in der Bevölkerung. Seit dem Erdstoß vom Montag, dem folgenschwersten in Italien seit 1980, wurden bereits Hunderte von Nachbeben registriert.

Die Suche nach möglichen Überlebenden dauert an. Bis Ostern wollen die rund 8500 Helfer weiterhin in den Trümmern suchen, unter denen noch Dutzende Verschüttete vermutet werden.

In der Nacht zum Donnerstag wurde in L'Aquila die Leiche eines jungen Mannes aus einem eingestürzten Studentenheim geborgen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in der Region auf 273, unter ihnen 16 Kinder. Knapp 500 Menschen gelten noch als vermisst.

Durch das Erdbeben zu Wochenbeginn sind insgesamt knapp 30.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf geblieben. Knapp 18.000 sind bisher in Zeltstädten untergekommen, die von den Zivilschutzbehörden errichtet wurden.

Die Katholische Kirche bereitet einen Staatstrauerakt für Karfreitag in der Abruzzen-Hauptstadt vor. Papst Benedikt XVI. will den Opfern "sobald wie möglich" Trost spenden - aber erst nach Ostern. Berichte über einen Papst-Besuch am Karfreitag wurden vom Vatikan dementiert. Er werde den unter nächtlicher Kälte, Wassermangel und Stromausfall leidenden Menschen in den Abruzzen erst später Trost zusprechen.

Gleichzeitig rief der Vatikan Experten in aller Welt dazu auf, sich an der Restauration zerstörter Kirchen zu beteiligen. Francesco Buranelli, Mitglied einer Kommission zur Verwaltung der kulturellen Schätze des Vatikan, sagte, er hoffe, entsprechende Labors würden beschädigte Kunstschätze aus den Kirchen "adoptieren" und deren Wiederherstellung übernehmen. Der Appell des Vatikan an die Fachleute, sagte Buranelli, sei ein Tribut an den "tiefen Glauben der Menschen in der Region".

Momentan könne keine Kirche in der verwüsteten Abruzzen-Region von den Gläubigen genutzt werden, sagte ein Vatikan-Sprecher.

Am Donnerstag will der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano das Katastrophengebiet besuchen.

Von ihrem Regierungschef Silvio Berlusconi hatten die in Zelten hausenden obdachlosen Erdbebenopfer wenig Tröstliches erfahren. Der für seine Taktlosigkeiten bekannte Politiker hatte bei einem Besuch im Bebengebiet gesagt, "man muss es eben nehmen wie ein Camping-Wochenende", es fehle den Menschen an nichts - und hatte damit weltweit für Aufsehen gesorgt.

Die Popdiva Madonna spendete nach Angaben ihrer Sprecherin der vom Erdbeben zerstörten Ortschaft Pacentro, aus dem ihre Großeltern väterlicherseits stammen, eine beträchtliche Summe. Das Magazin "People" sprach von 500.000 Dollar, umgerechnet rund 377.000 Euro.

SPIEGEL WISSEN: Erdbeben in Italien

Erdbeben 2009 in L‘Aquila

Am 6. April 2009 bebte in der Region Abruzzen um die mittelalterliche Stadt L‘Aquila nachts um 3.32 Uhr die Erde. Das Beben hatte nach verschiedenen Messungen eine Stärke von 5,8 bis 6,3 auf der Richter-Skala . Mehr als 290 Menschen kamen ums Leben, Schätzungen zufolge wurden rund 17.000 Menschen obdachlos.

2002 in San Giuliano di Puglia (Region Molise)

1997 in Umbrien und Marken

1980 in Irpinia

1976 in Friaul

1915 in Avezzano

1908 in Messina (Sizilien)

pad/dpa/Reuters/AFP

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Die neuesten Beiträge:
11.07.2009 von humanoid:

DAnn sollte man sich dochmal an Japans Architekten wenden,die sind darin Weltführend Erdbebensichere Häuser zu Bauen!Frage gelöst ich nenn es einfach vorbeugend Handeln also Bauen! mehr...

23.04.2009 von 90-grad:

Gibt's dafuer auch sowas wie Beweise, links etc.? Mit dem ehernen Gesetz: "Fressen und gefressen werden!" Ich frohlocke! Das ist immerhin ein Anfang! Das alles geht auch "OHNE" Glauben! Schon mal [...] mehr...

22.04.2009 von D.Uhg:

Wenn man eine Großbank in der Nähe hat, egal ob gerade pleite gegangen oder immer noch reich, braucht man sich keine Sorgen machen. Die stürzt nicht ein. Flüchtet euch in Bankenkeller...... mehr...

14.04.2009 von tweet4fun: Glauben und Grundwerte

Bravo! Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Aber nun schreiben Sie: Man kann sich an christlichen Werten orientieren, ohne ein "gläubiger" Christ zu sein. Und "bestimmte Vorstellungen" wie die eines Lebens [...] mehr...

14.04.2009 von chalus: Christliche Werte

Gegen vieles, was Sie da sagen, ist gar nichts einzuwenden. Man muß nicht an einen Gott glauben und kann doch ein mitfühlender Mensch sein. Darin stimme ich mit Ihnen voll und ganz überein. Sofern man sich aber auf christliche [...] mehr...

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