Die Bruderschaft St. Pius X. sorgt wieder für Aufruhr unter deutschen Bischöfen - wegen drei für Ende Juni geplanter Priesterweihen sowie einer unerlaubten Kapellenweihe in Fulda. Der zuständige Ortsbischof Heinz Josef Algermissen bezeichnet die Weihe eines neuen Versammlungsortes der Traditionalisten nach Informationen des SPIEGEL als "Provokation" und als einen "die Einheit der Kirche gefährdenden Akt".
Die Stadt Fulda hatte der konservativen Piusbruderschaft zwar eine Umbaugenehmigung erteilt, die Errichtung eines Glockenturmes jedoch versagt und die Nutzung der Kapelle auf zunächst drei Jahre beschränkt.
Nach Ansicht der Deutschen Bischofskonferenz befindet sich die Bruderschaft noch immer im Zustand der Suspension. Ohne einen vom Vatikan geklärten Rechtsstatus, heißt es, dürfe sie keinerlei bischöfliche oder sakramentale Handlungen vornehmen.
"Die Uneinsichtigkeit der Piusbruderschaft", so ein Vertreter der Bischofskonferenz, "zeigt sich auch an ihrem Festhalten an den umstrittenen Priesterweihen." Am 27. Juni sollen im Seminar Zaitzkofen bei Regensburg drei Priester, darunter auch der Schwede Håkan Lindström, geweiht werden.
Anstelle des Holocaust-Leugners Richard Williamson, der Lindström Ende vergangenen Jahres zum Diakon geweiht hatte, soll diesmal der spanische Pius-Bischof Alfonso de Galarreta das Sakrament spenden. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller sieht darin einen klaren Verstoß gegen das Kirchenrecht. Katholikenchef Robert Zollitsch schließt sogar eine erneute Exkommunikation der Pius-Bischöfe nicht aus, wenn sie gegen den Willen Roms weitere Weihen vornehmen.
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