Washington - Bei einer Schießerei im Holocaust-Museum in Washington ist am Mittwoch ein Sicherheitsbeamter getötet und der Täter verletzt worden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hatte der Mann mit einem Gewehr oder einer Schrotflinte bewaffnet gegen 13 Uhr Ortszeit das Gebäude betreten. An der Sicherheitssperre habe er das Feuer auf den dort postierten Beamten eröffnet. Zwei von dessen Kollegen hätten das Feuer erwidert.
Einem Bericht des US-Fernsehsenders NBC zufolge ist der Täter 89 Jahre alt und unterhält Verbindungen zu einer rassistischen und antisemitischen Gruppe. Er habe eine Gefängnisstrafe absitzen müssen, nachdem er bewaffnet die US-Zentralbank betreten hatte.
Der Schütze sowie ein Sicherheitsbeamter seien mit Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei weiter mit. Wie die Fernsehsender CNN und NBC übereinstimmend berichteten, erlag der Wachmann im dort seinen schweren Verletzungen.
Der Bürgermeister von Washington, Adrian Fenty, beschrieb den Zustand des Schützen als "kritisch". Ein dritter Mensch sei vermutlich durch Glassplitter leicht verletzt worden, habe aber keine weitere Behandlung benötigt. Nach Angaben eines Museumssprechers wurde das Gebäude geräumt, nachdem die ersten Schüsse zu hören gewesen waren.
Rund um das Museum, das etwa 500 Meter vom Weißen Haus entfernt an der Touristenmeile Washingtons liegt, brach Panik aus - Museumsbesucher rannten aus dem Gebäude. Eine Augenzeugin sagte, sie habe den Schützen gesehen, als er das Gebäude betrat. Er habe eine "lang aussehende Waffe" gehalten. Dann habe sie ungefähr fünf Schüsse gehört. "Die Leute haben geschrien und sich auf den Boden und unter Bänke geworfen", sagte die 22-Jährige, die aus San Francisco zu Besuch in der Hauptstadt war.
Dem Polizeisprecher zufolge gehen die Behörden davon aus, dass es sich um einen einzelnen Schützen handelte. Wie es weiter hieß, war für den Abend im Museum eine größere Veranstaltung mit US-Justizminister Eric Holder geplant. Es gelte aber als eher unwahrscheinlich, dass die Tat damit zusammenhängt.
Das Museum an der Mall im Herzen der US-Hauptstadt war 1993 eröffnet worden. Es ist den etwa elf Millionen Opfern des Nationalsozialismus vor und während des Zweiten Weltkriegs gewidmet: Juden, aber auch sowjetischen und polnischen Kriegsgefangenen, Behinderten, Homosexuellen, Oppositionellen. Mit dem umfassenden Archiv, den Listen von Überlebenden und der Gedenkhalle ist es das größte Zentrum über den Holocaust überhaupt. Bislang haben rund 30 Millionen Menschen das stark bewachte Museum besucht, unter ihnen auch viele Staats- und Regierungschefs.
wit/AFP/AP/dpa
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