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25.06.2009
 

Serbien

Hunde leeren Stadtkasse

Im serbischen Leskovac bereiten streunende Hunde dem Bürgermeister Kopfzerbrechen: Immer mehr Bewohner des Ortes behaupten, von einem Vierbeiner gebissen worden zu sein und fordern Schmerzensgeld. Die Zahlungen bringen die Stadt um ihren schmalen Etat.

Belgrad - In der serbischen Stadt Leskovac müssen die Hunde bissiger sein als anderswo. Der Bürgermeister Vladan Marinkovic befürchtet, dass er in diesem Jahr bis zu einer halben Million Euro an Schmerzensgeld für angeblich gebissene Opfer zahlen muss.

Misstrauisch macht den Bürgermeister allerdings, dass nur wenige Anwälte und nur zwei medizinische Gutachter alle Opfer in den Prozessen gegen die Stadt vertreten. Dabei hätten sie Entschädigungen von umgerechnet bis zu 1500 Euro durchgesetzt, sagte der Bürgermeister der Belgrader Zeitung "24ata". Die Anwälte bekämen davon jeweils 10 bis 25 Prozent, die Gutachter 75 Euro pro Fall.

Jeden Tag müsse die Stadt aus ihrem ohnehin schmalen Etat umgerechnet 11.000 Euro zahlen. Nachweislich sei so manches Opfer angeblich mehrmals von Hunden an derselben Stelle gebissen worden, stellte der Bürgermeister fest. Er argwöhnt, dass sich das Schmerzensgeld zu einer festen Einnahmequelle für einige Bürger entwickelt. Doch nach serbischem Gesetz sind nun einmal die Lokalbehörden für die Entschädigungen zuständig.

cbs/dpa

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