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30.06.2009
 

Flugzeugunglück vor den Komoren

Airbus mit mehr als 150 Passagieren abgestürzt - erste Leichen gefunden

Es ist die zweite Flugzeugkatastrophe mit einem Airbus binnen eines Monats: Eine Passagiermaschine der Yemenia Air mit mehr als 150 Menschen an Bord ist in der Nacht im Indischen Ozean abgestürzt. Die Leichen mehrerer Passagiere wurden entdeckt, zu Überlebenden gibt es keine Angaben.

Moroni - Der Airbus A310 der Yemenia Air startete vom Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle, wie dort am Dienstag mitgeteilt wurde. Nach Zwischenlandungen in Marseille und Sanaa im Jemen setzte die Maschine ihren Flug nach Moroni auf den Komoren fort. Dort traf sie jedoch nicht ein.

Das jemenitische Flugzeug mit mehr als 150 Menschen an Bord stürzte in der Nacht im Indischen Ozean ab, teilte die Fluggesellschaft mit. Nach Angaben des Nachrichtensender al-Arabija sind erste Leichen gefunden worden. Ein Sprecher der jemenitischen Luftfahrtbehörde sagte, er könne nicht sagen, ob es Überlebende gebe.

Jets von Yemenia Airlines in Sanaa (Archivbild): Absturz nach zwei ZwischenlandungenZur Großansicht
AFP

Jets von Yemenia Airlines in Sanaa (Archivbild): Absturz nach zwei Zwischenlandungen

"Rettungsflugzeuge haben Wrackteile in der Nähe der vermeintlichen Unglücksstelle entdeckt", sagte Ibrahim Kassim von der afrikanischen Luftsicherheitsbehörde Asecna. Zwei französische Militärflugzeuge und Schnellboote haben die Inseln Mayotte und Reunion verlassen, um die Bergungsarbeiten zu unterstützen. Auch die Komoren und Madagaskar schickten Schiffe.

Die Suchmannschaften sichteten mehrere Leichen, die auf dem Wasser trieben, wie ein Mitarbeiter der zivilen Luftfahrtbehörde in Sanaa mitteilte. Auch ein Treibstoff-Film sei auf dem Wasser zu sehen. Allerdings behindern die Wetterverhältnisse auch die Arbeit der Retter: "Das Wetter ist nicht günstig. Die See ist sehr rau", so Kassim.

Die meisten der Insassen stammten den Angaben zufolge aus Frankreich oder von den Komoren. Insgesamt seien 142 Fluggäste und eine elfköpfige Crew an Bord gewesen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft. Auch der jemenitische Kommunikationsminister sei an Bord gewesen. Aus Flughafenkreisen verlautete, 66 Franzosen seien an Bord der Maschine gewesen.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte auf Nachfrage, das Ministerium stehe wegen des Unglücks mit den zuständigen Botschaft in Kontakt. Es gebe derzeit aber keine Erkenntnisse, dass Deutsche an Bord der Unglücksmaschine gewesen seien. In Roissy wurde ein Krisenstab eingerichtet. Der jemenitische Verkehrsminister Chaled el Wasir kündigte für den Nachmittag eine Pressekonferenz an.

Angaben des Vizepräsidenten der Komoren, Idi Nadhoim, zufolge ereignete sich das Unglück in den frühen Morgenstunden. Die Maschine sei offenbar während des Landeanflugs fünf bis zehn Kilometer vor der Hauptinsel abgestürzt, sagte Kassim weiter.

Der stellvertretende Geschäftsführer von Yemenia Airlines sagte, man wisse noch nicht, was zum Absturz geführt habe, allerdings seien die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks nicht gut gewesen. "Die gemessene Windgeschwindigkeit am Boden betrug 61 Stundenkilometer. Aber auch andere Faktoren können eine Rolle gespielt haben", erklärte Mohammed al-Sumairi.

Komoren-Inseln im Indischen Ozean

Das Flugzeug habe sich bei den Fluglotsen noch zur Landung angemeldet, sagte ein Uno-Mitarbeiter auf dem Flughafen der komorischen Hauptstadt Moroni. Danach sei der Kontakt abgebrochen.

Es ist bereits das zweite Unglück mit einem Airbus innerhalb weniger Wochen. Am 1. Juni war eine Maschine der Air France auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris abgestürzt. An Bord waren 228 Menschen, unter ihnen 28 Deutsche. Wie es zu der Katastrophe kam, ist ungeklärt. Experten vermuten, dass Mängel an den Geschwindigkeitssonden zum Absturz beigetragen haben könnten.

Zur Yemenia-Flotte gehören der Internet-Seite zufolge vier Airbus A310-300 sowie zwei Airbus A330-200.

Die drei Inseln der Komoren liegen 300 Kilometer nordwestlich von Madagaskar und etwa gleich weit entfernt vom afrikanischen Festland. 1996 stürzte eine Boeing 767 vor den Komoren mit 175 Menschen an Bord ins Meer, 50 davon überlebten. Das Flugzeug gehörte einer äthiopischen Gesellschaft und war zuvor gekidnappt worden.

han/amz/Reuters/AFP

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