Schwerin - Der 60-jährige Mann aus dem brandenburgischen Guben hatte sich zusammen mit seiner Ehefrau und einer 53-jährigen Verwandten aus dem mecklenburgischen Banzkow in der Nähe des Schweriner Schlosses aufgehalten. Als am frühen Montagabend plötzlich ein starkes Gewitter aufzog, suchten die drei außerhalb der Schlossinsel Schutz unter einer großen Linde, in welche wenig später ein Blitz einschlug.
Überschwemmte Straße in Frankfurt: Netz der Feuerwehr brach zusammen
Während des etwa halbstündigen Gewitters kam es im Umfeld des Schweriner Schlosses zu mehreren, laut hörbaren Blitzeinschlägen.
Gewitter und Starkregen haben am Montagabend in Teilen Deutschlands zahlreiche Keller und Straßen unter Wasser gesetzt. Besonders in Hessen kam es zu zahlreichen Vorfällen: In Offenbach waren Autofahrer in ihren Wagen gefangen, weil mehrere Straßen im südlichen Stadtgebiet kniehoch überflutet waren. Einige von ihnen mussten von der Feuerwehr befreit werden.
Von 20 Uhr an wählten so viele Bürger die Notrufnummer, dass das Netz der Feuerwehr zusammenbrach und die Polizei einspringen musste. Binnen eineinhalb Stunden seien Hunderte Anrufe eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehrleute rückten zu mehr als 200 Einsätzen aus.
Auch in und um Alsfeld (Vogelsbergkreis) war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Bei dem etwa 45-minütigen Starkregen liefen etliche Keller voll, Straßen wurden überflutet.
In Heusenstamm im Landkreis Offenbach brach nach Polizeiangaben die Stromversorgung für den Ortsteil Rembrücken zusammen, weil ein Blitz in eine Stromleitung eingeschlagen hatte. In Offenbach selbst traf das Unwetter vor allem die zentrale Mainstraße: Hier stand auf mehreren hundert Metern das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch, der Verkehr kam zum Erliegen. Die Kanalisation war von den Wassermassen überlastet, an vielen Stellen wurden Gullideckel hochgedrückt. Im nahe gelegenen Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen steckten fünf Autos in einer überfluteten Unterführung fest.
In der Nähe des Offenbacher Stadtkrankenhauses drang das Wasser durch die Decke eines Lebensmittelladens. Wie der Polizeisprecher sagte, machte auch dem Zweiten Revier der Starkregen zu schaffen: Hier floss das Wasser in den Keller - die Zellen dort waren deshalb vorübergehend nicht benutzbar.
jjc/ddp/dpa
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