Nairobi/Accra - Hochwasserkatastrophe in West- und Zentralafrika: Laut Uno mussten bereits 350.000 Menschen ihre Häuser verlassen, die Fluten haben sie vertrieben. Allein in Ghana und Burkina Faso starben den Angaben zufolge mindestens 32 Menschen. Da viele der überfluteten Gebiete nur schlecht erreichbar sind, weil auch Straßen und Brücken zerstört wurden, dürfte die tatsächliche Zahl der Toten noch höher sein.
Eine Sprecherin der Uno-Agentur für humanitäre Aktionen (OCHA) sagte, die Regenfälle ließen ein ähnlich schweres Hochwasser wie 2007 befürchten. Damals waren mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen und rund 300.000 obdachlos geworden.
Das Rote Kreuz hatte bereits vor Tagen in einem Dringlichkeitsappell um Spenden gebeten, um die Flutopfer in derzeit 16 afrikanischen Ländern zu versorgen. Die Aktion "Deutschland hilft", ein Bündnis von Hilfsorganisationen, hat inzwischen den Einsatzfall ausgerufen, um die Hilfsmaßnahmen schnell und effektiv aufeinander abzustimmen und gemeinsam zu Spenden aufzurufen. Mit ersten Hilfsmaßnahmen sei begonnen worden, sagte Manuela Roßbach, Geschäftsführerin des Bündnisses.
Allein im westafrikanischen Burkina Faso sind 150.000 Menschen obdachlos, etwa 100.000 haben in der Hauptstadt Ouagadougou Zuflucht gesucht. An einem einzigen Tag wurden bei den schwersten Regenfällen seit 90 Jahren etwa 25 Prozent des jährlichen Niederschlagsdurchschnitts verzeichnet.
Selbst in der Wüstenstadt Agadez in Niger prasselte einer der stärksten Regenfälle seit Jahren vom Himmel. Da wie in vielen Städten der Sahelzone die meisten Häuser in traditioneller Lehmbauweise errichtet sind, richtete der Regen auch dort großen Schaden an und zerstörte zahlreiche Wohnstätten.
Auch im deutlich östlicher gelegenen Sudan gingen große Regenmassen nieder. Schulen mussten geschlossen werden, Tausende Menschen sind auf der Flucht.
wal/dpa
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