Von Anke Richter, Christchurch, Neuseeland
Plötzlich sah Daniela Brussani nur noch nackte Korallen, wo das Meer sein sollte. Da verließ sie sofort ihre Veranda und floh mit dem Auto in Richtung Berge.
Als sie wiederkehrte, war das "iliili Resort" nicht mehr da. "Keine Bungalows mehr. Die Wände sind weg, nur die Böden sind noch da."
Um kurz vor sieben Uhr morgens Ortszeit war die italienische Besitzerin der erst kürzlich errichteten Ferienanlage in Samoa von einem schweren Erdbeben geweckt worden, das den Südpazifik erschütterte. Es dauerte zwei Minuten lang, hatte sein Epizentrum nahe eines unterseeischen Bergrückens und eine Stärke von 8 bis 8,3 auf der Richterskala.
Brussani und ihre Gäste hatten nur wenige Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen - vor dem Tsunami, der auf Samoa zuraste.
Von einer Anhöhe aus sahen sie, wie zwei riesige Wellen, geschätzte sechs Meter hoch, den Süden von Samoas Hauptinsel Upulo erreichten. Sie rissen Autos, Häuser, Menschen mit. Und hinterließen Zerstörung.
"Der Sog war gigantisch"
Aus Amerikanisch-Samoas Hauptstadt Pago Pago und aus Faratogo erreichten die Welt die ersten Bilder von Verwüstung und Zerstörung: umgekippte Autos, schlammbedeckte Straßen, Häuser, denen alle Wände fehlen, zerstörte Ferienresorts unter Palmen.
In Pago Pago schossen die Wassermassen kurz nach dem Erbeben rund hundert Meter weit und anderthalb Meter hoch in die Stadt. Panik brach aus, Straßen wurden unter Erdmassen begraben, Autos weggerissen, Jugendliche plünderten Tankstellen und Geschäfte.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden auch zwei Deutsche aus Berlin auf Samoa verletzt. Beide seien vor Ort ärztlich versorgt worden und würden nun konsularisch betreut, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Zu näheren Umständen und der Art der Verletzungen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Die deutschen Vertretungen in der Region bemühten sich im Kontakt mit den örtlichen Behörden um Aufklärung, ob weitere Deutsche von dem Tsunami betroffen seien.
Eine Überlebende schilderte dem australischen Sender "Fairfax Radio Network" von der zerstörerischen Kraft des Tsunamis. Wendy Booth betrieb die Touristen- Anlage "Sea Breeze" an der Südküste, die nach ihren Angaben von der Flutwelle völlig zerstört wurde. "Die zweite Welle traf uns durch den Fußboden. Das Wasser rauschte zur Hintertür hinaus und riss uns mit", berichtete sie. "Wir konnten uns an einem Geländer festhalten, mein Mann und ich klammerten uns aneinander. Der Sog zurück Richtung Meer nach der Welle war gigantisch. Die Kraft des Wassers riss unsere Einrichtung durch das Dach."
In einzelnen Regionen gab es Erdrutsche. Der Nationalparkchef von Amerikanisch-Samoa berichtet gar von vier bis zu sechs Meter hohen Flutwellen, die rund anderthalb Kilometer tief in den Park eindrangen. Viele Mitarbeiter wurden noch vermisst.
Ein Neuseeländer sah, wie der Strandort Sau Sau innerhalb von Minuten weggespült wurde. Der Sog der Brandung sei brutal gewesen: "Kein einziges Gebäude steht mehr", berichtete er Radio Neuseeland, während er auf einem Hügel über Apia stand, wohin Hunderte Menschen geflohen waren. "Das ganze Dorf ist ausgelöscht worden. Es ging sehr schnell."
Lyall Preston aus Dargaville brachte sich mit anderen Urlaubern in Sicherheit. Nach der Rückkehr fand er drei tote Kinder am Strand. Er sei noch immer "traumatisiert", berichtet seine Mutter.
"Nicht mal ein Wirbelsturm hat uns das je angetan"
Samoa ist beliebt bei Touristen aus Australien und Neuseeland, und zurzeit sind Schulferien. Schöne Palmstrände, romantische Billig-Unterkünfte, traumhafte Schnorchelriffs und Surf-Wellen - doch nun wurden etliche Urlauber Augenzeugen der furchtbaren Zerstörung, einige von ihnen Opfer.
Das Telefonnetz in Samoa brach zwischenzeitlich zusammen. Ständig gingen beim Radio Meldungen aus den betroffenen Dörfern ein: noch mehr Vermisste, wieder Tote. Immer neue Horrorgeschichten wurden bekannt, wie jene eines vierjährigen Jungen, der für immer im Meer verschwand, als ein Boot von der Flutwelle erfasst wurde. Die Menschen auf dem Schiff waren von der Insel Manono geflohen, die komplett überspült und zerstört worden sein soll.
Bei Pago Pago treiben nun entwurzelte Palmen und Trümmer rund ums Riff. Von der Landebahn wird der Schutt entfernt, damit die US-Luftwaffe Hilfsgüter bringen kann - Präsident Barack Obama hat Amerikanisch-Samoa zum Katastrophengebiet erklärt. Neuseeland hat ebenfalls ein Suchflugzeug nach Samoa geschickt und hilft bei der Bergung von Toten und Verletzten. Für den Einsatz sind Spezialmaschinen nötig, weil viele Leichen im Sand verschüttet seien, sagte ein Helfer aus Samoa.
Alarmbereitschaft im gesamten Pazifikraum
Immerhin - die befürchtete Massenkatastrophe in der Südsee blieb aus. Zwar hat es auch im Nachbarstaat Tonga mindestens zehn Tote gegeben, doch andere Südseeinseln wurden verschont. Der verheerende Tsunami 2004 in Indonesien war nach Angaben von Brian Atwater vom US Geological Survey in Seattle zehnmal so stark wie das Südseebeben, und er war anders geartet. Nur die Geschwindigkeit, in der nach dem Beben die Wellen das Ufer von Samoa erreichten, sei die gleiche gewesen.
Viele Pazifikstaaten hatten nach dem Erdbeben Alarm ausgelöst. In Neuseeland waren Küstenwache und Krisenzentren eingeschaltet, Sirenen schrillten, Feuerwehrautos fuhren Straßen auf und ab und informierten Passanten und Hausbesitzer. Die Evakuierung lief, der Fährverkehr entlang der gesamten Küste bis hinunter zur Südinsel stoppte, Schiffe wurden in den Häfen gesichert und Boote weiter hinaus aufs Meer bewegt. Über Stränden kurvten Helikopter, um Badende zu warnen. Das konnte einige Surfer, die auf besonders starke Wellen hofften, jedoch nicht abhalten - genauso wie die Scharen von Schaulustigen an höher gelegenen Aussichtspunkten.
Doch am Ende gaben die Behörden Entwarnung - lediglich 40 Zentimeter hoch wurden die Wellen am East Cape, wo gerade Ebbe war. Zumindest hat das Land nun den Ernstfall erfolgreich geprobt - als vor drei Jahren ein Erdbeben vor Tonga zu einer Tsunami-Warnung an Neuseelands Küsten führte, war die Informationslage dünn und das Chaos deutlich größer.
mit Material von dpa und AP
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wenn man nicht will dann findet man auch nichts. Ich wurde schon 1969 aus der 8 Klasse aus dem "Gymnasium "entfernt", weil, ich immer alles sachliche wie auch politische hinterfragte. Das will man hierzulande [...] mehr...
wenn man nicht will dann findet man auch nichts. Ich wurde schon 1969 aus der 8 Klasse aus dem "Gymnasium "entfernt", weil, ich immer alles sachliche wie auch politische hinterfragte. Das will man hierzulande [...] mehr...
klar dass der Ballon groß genug sein muss...Fällt bei Pamela vor lauter Silikon eh nicht so auf. Was schleppen die Leute sonst alles an unnötigem Ballast zum Strand? Schlepptops, Handies, mp3 Player I phones... Muss man [...] mehr...
lassen sie uns also die bei uns ja nachweisliche grössere Intelligenz zum besseren Überlebn der Menschheit einsetzen und überlegen.... Wenn man den Heliumballon nicht so gross macht, dass der Träger völlig aus dem Wasser [...] mehr...
Ja, wer von deutschen, universitären Autoritäten anerkannt werden will und ein Diplom mit dem eigenen Namen über dem Schreibtischen hängen sehen will, der muss dieselben Opfer bringen wie die Herren selber früher, und ihre Zeit [...] mehr...
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