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01.10.2009
 

Gefahrenzone in Indonesien

Geologen warnen vor neuem Großbeben auf Sumatra

Von Jürgen Kremb, Singapur

Erdbeben auf Sumatra: Helfer kämpfen sich durch Regen und Trümmer
Fotos
DPA

In der indonesischen Hafenstadt Padang wird erst jetzt die ganze Dramatik des Doppel-Bebens erkennbar. Zigtausende rannten während der Erdstöße in Panik auf die Straßen, Augenzeugen berichteten von unglaublichen Szenen. Seismologen fürchten, dass der Region eine noch größere Katastrophe bevorsteht.

Singapur/Padang - Vor der Kamera des indonesischen Staatsfernsehens TVRI demonstrierte die kleine Frau den Durchhaltewillen, der die Menschen in diesem Landstrich so auszeichnet.

"Wir hatten Glück", sagte die Frau, die nur mit dem Namen Cecila vorgestellt wurde. "Das Kochbenzin reichte gerade noch, um meiner Familie heute Morgen eine warme Mahlzeit zu kochen. Gott sei gelobt. Jetzt müssen wir ans Überleben denken."

Zu überleben ist in Padang keine Selbstverständlichkeit. Zwar hatte Cecilias Familie das schwere Erdbeben heil überstanden, das am Mittwochabend bei Einbruch der Dämmerung mit der Stärke 7,6 die Stadt am indischen Ozean erschütterte. Doch während Cecilia an einer Tankstelle für Benzin anstand, bebte am Donnerstagmorgen die Erde schon wieder. Diesmal zeigten die Messgeräte 6,4.

"Alles, was ich sehen kann, sind Trümmerhaufen", berichtet ein anderer Einwohner Padangs. Und als wären die Erdstöße noch nicht schlimm genug, prasseln ständig Monsunregen auf die Menschen herab, die aus Angst vor Nachbeben im Freien campieren.

Weil in den Stunden nach dem Beben die Telefonverbindungen in die Stadt am indischen Ozean abgeschnitten waren, ergab sich erst im Laufe des Donnertags ein Bild vom wahren Ausmaß der Katastrophe. "Wir müssen davon ausgehen, dass noch mehrere tausend Menschen unter den Trümmern liegen", sagte Nikola Breunig von der Bonner Hilfsorganisation Help. Es sei deshalb zu erwarten, dass die Zahl der Todesopfer weit über die bisherigen Angaben von 500 Toten hinausgehen werde.

Allein im Zentrum der Großstadt sind zwei große Touristenhotels in sich zusammengesackt. Unter den Trümmern von mehreren Schulen werden noch viele Kinder vermutet und von mindestens einem, wenn nicht gar zwei Krankenhäusern ist nur noch ein Berg Schutt übriggeblieben. Nur noch sechs Tankstellen sind in Betrieb. Überall hängen durchtrennte Hochspannungsleitungen und Telefonkabel herab. Auch zahlreiche öffentliche Gebäude und Einkaufszentren sind eingestürzt. Ursprünglich berichtete die indonesische Agentur für Katastrophenmanagement, dass mehr als 500 Gebäude in Padang in sich zusammengefallen seien. Doch nachdem immer wieder neue Beben im Laufe des Donnerstags Padang erschütterten, müsse man davon ausgehen, dass bedeutend mehr Schäden entstanden sind, so Breunig.

Bislang sind nur wenige Hilfskräfte in der Stadt eingetroffen. Schlammlawinen und Erdrutsche haben die Zufahrtsstraßen nach Padang unpassierbar gemacht. Hilfsgüter, die Breunig von Sumatras Millionenmetropole Medan im Nordosten nach Padang einfliegen lassen will, stehen vorerst noch im Regen. Aus unerfindlichen Gründen hat die Einsatzleitung des indonesischen Militärs angeordnet, dass auf dem Flughafen der zerstörten Stadt vorerst Rettungsgüter aus der Hauptstadt Jakarta Vorrang haben.

Augenzeugen, die SPIEGEL ONLINE von Singapur aus telefonisch erreichte, berichten indes von grauenhaften Szenen, die sich bei den ersten Erdstößen am Mittwochabend ereignet hatten. Die Erde schwankte derart intensiv, berichtet ein Mann, dass die Menschen in Panik auf allen Vieren aus ihren Häusern flüchteten. Andere, die es sicher ins Freie geschafft hatten, mussten sich auf den Boden setzen, um nicht umgeworfen zu werden.

Alle waren von Panik erfasst, hatten Angst, dass nach dem Beben ein Tsunami über die Großstadt hereinbrechen könne. Padang liegt unmittelbar am Meer. Nur wenige Dutzend Kilometer von der Hafenstadt entfernt, reiben sich unterhalb der Küstengewässer an der gefährlichsten tektonischen Bruchstelle des Erdballs zwei Kontinentalplatten aneinander. Wenn sich dadurch zu viel Spannung aufgebaut hat, wackelt die Erde. Nach dem Tsunami an Weihnachten 2004 war den Menschen immer wieder eingeschärft worden, dass sie nach Erdstößen möglichst weit ins Inland flüchten müssen.

Panisch rannten deshalb Hunderttausende durch die Straßen. Alle waren sie auf der Suche nach höher gelegenen Bereichen. Aber die Landschaft unmittelbar um Padang ist flach und die Stadt so dicht bevölkert, dass dies ein hoffnungsloses Unterfangen bleiben musste.

Dabei müssen sich unglaubliche Szenen abgespielt haben. Die Straßen waren verstopft, überall schrien Eingeschlossene und deren Angehörigen um Hilfe. Zum Teil ragten Hände oder Füße von Toten und Verschütteten aus den Trümmern. Und obwohl es in Strömen regnete, standen allenthalben einfache Holzhütten in Flammen - Brände, die von umgestürzten Kochstellen und explodierten Gascontainern ausgelöst wurden. Dass es diesmal aber nicht zu einem Tsunami kam, werten Geologen nicht als Entwarnung. "Die Häufigkeit, mit der sich in letzter Zeit Erdbeben in Sumatra ereigneten", sagt etwa Professor Kerry Sieh, 58, Geologe von der Technischen Universität Nanyang in Singapur, lasse Schlimmes befürchten.

Allein seit 2005 wurde die indonesische Küstenstadt von fünf Erdbeben heimgesucht, die 6,4 auf der Richterskala erreichten. Geologe Sieh rechnet deshalb damit, dass schon in den nächsten 20 bis 30 Jahren ein noch viel schlimmeres Beben Padang heimsuchen werde. Eine Einschätzung, die von seinem indonesischen Kollegen Danny Hilman Natawidjaja geteilt wird. "Dann könnten Tsunamiwellen, die sieben, acht Meter hoch sind, auf das Land zurasen und die Stadt Padang völlig zerstören."

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Die neuesten Beiträge:
04.03.2010 von perpendicle:

wenn man nicht will dann findet man auch nichts. Ich wurde schon 1969 aus der 8 Klasse aus dem "Gymnasium "entfernt", weil, ich immer alles sachliche wie auch politische hinterfragte. Das will man hierzulande [...] mehr...

04.03.2010 von perpendicle:

wenn man nicht will dann findet man auch nichts. Ich wurde schon 1969 aus der 8 Klasse aus dem "Gymnasium "entfernt", weil, ich immer alles sachliche wie auch politische hinterfragte. Das will man hierzulande [...] mehr...

04.03.2010 von perpendicle:

klar dass der Ballon groß genug sein muss...Fällt bei Pamela vor lauter Silikon eh nicht so auf. Was schleppen die Leute sonst alles an unnötigem Ballast zum Strand? Schlepptops, Handies, mp3 Player I phones... Muss man [...] mehr...

03.03.2010 von tylerdurdenvolland: ...

lassen sie uns also die bei uns ja nachweisliche grössere Intelligenz zum besseren Überlebn der Menschheit einsetzen und überlegen.... Wenn man den Heliumballon nicht so gross macht, dass der Träger völlig aus dem Wasser [...] mehr...

03.03.2010 von tylerdurdenvolland:

Ja, wer von deutschen, universitären Autoritäten anerkannt werden will und ein Diplom mit dem eigenen Namen über dem Schreibtischen hängen sehen will, der muss dieselben Opfer bringen wie die Herren selber früher, und ihre Zeit [...] mehr...

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Tsunami

Erdbebenwelle

Als Tsunami wird eine hauptsächlich durch Seebeben ausgelöste Meereswelle bezeichnet, die auch durch küstennahe oder untermeerische Hangrutschungen, durch Vulkanausbrüche, in ganz seltenen Fällen auch durch Meteoriteneinschlag entsteht.

Ausbreitung

Tsunami-Katastrophe 2004

Frühwarnsystem

Samoa

US-Territorium Samoa

Samoa ist eine Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Man unterscheidet das US-amerikanische Territorium und den Inselstaat . Ersteres umfasst den östlichen Teil der Samoagruppe mit den Inseln Tutuila, Aunu’u, Swains Island und das unbewohnte Atoll Rose sowie die Manua Islands mit Ta’u, Ofu und Olosega; insgesamt eine Fläche von 195 Quadratkilometern mit 65.500 Einwohnern, Hauptort und Hafen ist Pago Pago auf Tutuila. Die östlichen Inseln sind seit 1899 Territorium der USA, die westlichen wurden 1962 als Westsamoa unabhängig.

Inselstaat Samoa

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