• Drucken
  • Senden
  • Feedback
07.10.2009
 

Somalia

Piraten attackieren aus Versehen französisches Marineschiff

Französisches Versorgungsschiff "La Somme": Angriff in der NachtZur Großansicht
AFP

Französisches Versorgungsschiff "La Somme": Angriff in der Nacht

Der Angriff erfolgte in der Nacht - und endete im Desaster: Vor Somalia haben Seeräuber das französische Versorgungsschiff "La Somme" attackiert. Offenbar glaubten sie, einen Frachter im Visier zu haben. Mehrere Seeräuber wurden festgenommen.

Paris - Somalische Piraten haben ein französisches Kriegsschiff vermutlich mit einem Frachter verwechselt. Medienberichten zufolge befand sich die "Somme" rund 460 Kilometer vor der somalischen Küste, als sie in der Nacht zum Mittwoch gegen 1 Uhr Ortszeit attackiert wurde.

Konteradmiral Christophe Prazuck sagte am Mittwoch, Seeräuber in Skiffs, schnellen Motorbooten, hätten mit Kalaschnikow-Gewehren auf das Versorgungsschiff "La Somme" gefeuert, das die französische Flotte mit Treibstoff versorgt.

Die Besatzung der "Somme" habe die Piraten daraufhin verfolgt, berichtete der französische Rundfunk. Nach eineinhalb Stunden sei eines der zwei Piratenboote aufgebracht worden. Fünf Seeräuber hätten sich kampflos ergeben, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Paris mit. Die Männer wurden festgenommen und an Bord des Versorgungsschiffs gebracht, wo sie derzeit vernommen werden. Verletzt wurde bei dem Übergriff niemand.

An Bord des angreifenden Bootes hätten die französischen Militärs weder Waffen, Wasser, noch Lebensmittel gefunden, erklärte Admiral Prazuck. Er sei überzeugt, die Piraten hätten einfach "alles über Bord geworfen".

Die "Somme" ist das französische Kommandoschiff im Indischen Ozean und beherbergt nicht nur den Generalstab der Marine für die Region, sondern auch die Führung der Luft- und Landstreitkräfte. Bei dem Angriff war es gerade auf dem Weg zu Fregatten der europäischen Überwachungsmission Atalanta, um diese mit Nachschub zu versorgen. Frankreich beteiligt sich an der EU-Mission "Operation Atalanta" zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika.

ala/dpa/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 109 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.12.2009 von ich-steffen: Ohnmacht

Die Hilflosigkeit, mit der wir dieses Phänomen betrachten, besteht nicht erst mit dem Aufkommen der Piraterie vor Somalia. Die Welt hat zugeschaut, wie Stammesführer in einem von Hunger zerwüteten Land Kriege führen und diese [...] mehr...

04.12.2009 von kaheng: Drohnen zur Selbstverteidigung

am einfachsten wäre es, man würde die Frachter mit Drohnen ausstatten. Dann könnten die Piratenboote noch bevor sie ein Schiff entern, versenkt werden. mehr...

02.12.2009 von Kurt Kraus: An die Wurzel gehen

Die Piraten-Gefahr geht von nicht einmal einem halben Dutzend somalischer Häfen aus. Da könnte man ganz leicht vor jeden dieser Häfen eine Fregatte stellen, das wärs doch schon. mehr...

02.12.2009 von yogtze:

...die somalischen Piraten sollen so gut vernetzt sein, dass sie sogar beim Auslaufen von Schiffen aus dem Hafen von Singapur Richtung Rotes Meer/ Mittelmeer Info erhalten (auch über Geschwindigkeit, Höhe der Bordwand, Ladung [...] mehr...

30.11.2009 von Sapientia: Unserer Politik ist egal, was dort passiert....

man kann damit keine Parteipolitik betreiben, das ist alles. mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles zum Thema Kampf gegen moderne Piraten

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Hintergrund: Alles zum Piratenangriff

Klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren...

Moderne Piraterie

Golf von Aden

Piratennest Puntland

Anti-Piraterie-Mission "Atalanta"

Wirtschaftliche Folgen

Flüssiges Erdgas


Die Nato-Kriegsschiffe im Golf von Aden

Flaggschiff und Zerstörer "Durand de la Penne"

Der italienische Zerstörer ist ein 5000-Tonnen-Mehrzweckkriegsschiff. Es dient der Abwehr von Luft- und U-Boot-Angriffen - letztere werden im Golf natürlich keine Rolle spielen. Bei Landgang und Küstenbombardierungen kann der Zerstörer Schützenhilfe leisten. Dieses erste Schiff der De-la-Penne-Serie wurde 1993 in Betrieb genommen. Der italienische Admiral Giovanni Gumiero führte den Nato-Flottenverband, bevor das Schiff zur Anti-Piraterie-Mission geschickt wurde.

Fregatte "Themistokles"

Fregatte "Cumberland"





TOP



TOP