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20.11.2009
 

Britisches Hochwasser-Chaos

"So etwas gab es noch nie"

Hochwasser in Großbritannien: "Die Gewalt des Flusses war unglaublich"
Fotos
Getty Images

Träge Flüsschen verwandeln sich in gefährliche Sturzbäche, pittoreske Städte versinken in braunen Fluten: In Großbritannien sind nach heftigen Regenfällen viele Wohngebiete überschwemmt, Hunderte Menschen mussten aus ihren Häusern gerettet werden.

London - Regenrekorde haben Teile von Nordengland, Schottland und Wales in ein Chaos gestürzt. Städte und Straßen waren überflutet, Brücken stürzten ein, Bahnverbindungen sowie die Strom- und Gasversorgung waren unterbrochen. Hunderte Menschen mussten aus ihren Wohnungen und Häusern gerettet werden.

Innerhalb von 48 Stunden fiel in den betroffenen Gegenden so viel Regen wie sonst in einem Monat.

In der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands wurde ein 45 Jahre alter Polizist vermisst, nachdem eine Brücke am frühen Freitagmorgen unterspült worden und eingestürzt war. Constable Barker habe Autofahrer einweisen wollen, die Brücke zu passieren, als diese plötzlich von den Fluten des Flusses Derwent weggerissen worden sei, sagte ein anderer Polizeibeamter der "Times". Barker sei ins Wasser gewatet, um den Passanten zu helfen, und wurde selbst zum Opfer.

Seine Kollegen zeigten sich erschüttert. "Constable Bill Barker ist seit 25 Jahren Polizist in Cumbria", sagte ein Beamter der "Times". "Er ist Vater von vier Kindern. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie".

Besonders heftig heimgesucht

Besonders heftig wurde die Ortschaft Cockermouth im Nordwesten Englands von dem Unwetter heimgesucht. Dort mussten sich Feuerwehrleute mit Schlauchbooten durch überflutete Straßen kämpfen.

In manchen Teilen der Ortschaft stand das Wasser zweieinhalb Meter hoch in den Straßen. 50 Menschen mussten mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Viele sahen das Ausmaß der Katastrophe erst, als sie sich auf die Dächer ihrer überfluteten Häuser gerettet hatten. Kleine Flüsse hatten sich zu reißenden Strömen entwickelt. Gebäude und Autos ragten aus einer riesigen Seenplatte heraus, Straßen waren unterspült. Auch Soldaten mussten mobilisiert werden, um den bedrohten Menschen zu helfen.

Das Wasser stieg teils so schnell, dass die Flüchtenden keine Habseligkeiten retten konnten. "So etwas gab es noch nie, das Wasser ist in jedes einzelne Haus der Hauptstraße gedrungen", sagte Eric Nicholson aus Cockermouth. "Es hat die Stadt verwüstet", meinte Pub-Besitzer Michael Dunn. "Es wird lange dauern, bis sich Cockermouth davon erholt." Premierminister Gordon Brown sagte die Hilfe der Regierung zu.

Auch Tierherden wurden von den Fluten eingeschlossen.

Überflutungen, gesperrte Straßen, Stromausfälle und unterbrochene Zugverbindungen wurden auch aus Teilen von Irland, Schottland und Wales gemeldet. Am Freitag hatte der Regen zwar aufgehört, für das Wochenende wurden jedoch weitere Niederschläge erwartet.

pad/dpa

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