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03.12.2009
 

Italien

Mann fand 500 Jahre alte Fresken im Schlafzimmer

Tarcisio De Paolis machte in seinem Schlafzimmer einen sensationellen Fund - und jahrzehntelang interessierte es niemanden. Vor 37 Jahren entdeckte der Italiener bei Umbauarbeiten 500 Jahre alte Fresken. Nun bezeichnen Kunstexperten den Fund als "außergewöhnlich".

Civitavecchia - "Mich hat fast der Schlag getroffen", erinnert sich Tarcisio De Paolis an seine Entdeckung. Bei Umbauarbeiten in seiner Wohnung fand der italienische Pensionär 1972 zeitgenössische Nachbildungen der berühmtesten Fresken des Renaissance-Malers Raffael.

Obwohl De Paolis damals das Kulturministerium informierte, verliefen Nachforschungen zu dem sensationellen Fund im Sande. Fast vier Jahrzehnte interessierte sich niemand für die einmaligen Wandgemälde, erst jetzt wurde der Fall öffentlich.

De Paolis entdeckte die Gemälde seinerzeit, als er ein Bad in seine Wohnung einbauen wollte. Als er Putz von der Wand schlug, stieß er auf die 500 Jahre alten Fresken. "Zuerst legte ich das Schwert des Heiligen Petrus frei, dann seine Hand und seinen Arm", erzählte der 64-Jährige dem Journalisten Alvaro Ranzoni.

Nach und nach entdeckte er so Kopien von Fresken aus der "Stanza die Eliodoro" im Vatikanspalast. Sie stammen vermutlich von Ugo da Carpi, einem Schüler Raffaels.

Nicole Dacos, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Brüssel, bezeichnet das Werk als "absolut außergewöhnlich". "Wir kennen keinen ähnlichen Fall." Dacos zufolge könnte ein Militärbeamter oder Adliger, der zwischen Rom und Civitavecchia pendelte, die Arbeit in Auftrag gegeben haben. Civitavecchia war damals der Hafen der päpstlichen Flotte.

Für De Paolis und seine Frau Teresa brachte die Entdeckung des verborgenen Schatzes zunächst viel Unruhe. "Wir dachten, wir verlieren unser Zuhause", sagt De Paolis. Trotzdem schliefen die Eheleute noch fast vier Jahrzehnte lang unter den Kunstschätzen.

Nach der Entdeckung 1972 benachrichtigten sie zwar das Kulturministerium, das ein Expertenteam schickte, aber die Angelegenheit dann nicht weiter verfolgte. "Sie kamen mit Skalpellen und kratzten an der Wand, dann verschwanden sie und kamen nie wieder", erzählt De Paolis. "Zuerst war ich noch geduldig, aber eines Tages wurde ich wütend. Ich baute Gipsplatten darüber."

Als der nächste Sachverständige kam, schickte De Paolis ihn weg. Nun haben er und seine Frau laut eigenen Angaben nichts dagegen, die Wohnung zu räumen, wenn die Gemälde restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden - solange sie ein "kleines Häuschen" als Entschädigung bekämen.

hut/AFP

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