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09.12.2009
 

Hamburger Zoo

Tiger greifen Dompteur während Vorstellung an

Notarztwagen vor Hagenbecks Tierpark: Ein "tragischer Unfall"Zur Großansicht
DPA

Notarztwagen vor Hagenbecks Tierpark: Ein "tragischer Unfall"

Schock im Hamburger Tierpark Hagenbeck: Bei einer Zirkus-Show ist ein Dompteur nach einem Sturz von drei Tigern angegriffen worden. Die Raubtiere verletzten den 28-Jährigen lebensgefährlich, mehrere Zuschauer erlitten einen Schock.

Hamburg - Die rund 150 Gäste des "Dinner-Zirkus" waren bei der Vorspeise ihres Vier-Gänge-Menüs, als Dompteur Christian W. von drei seiner fünf bengalischen Tiger angegriffen und schwer verletzt wurde. Zu Vorstellungsbeginn gegen 20 Uhr lief der 28-Jährige rückwärts durch die Manege - und stolperte. W. verlor die Kontrolle über die Tiere, die sich auf ihn stürzten.

Der Dompteur erlitt schwere Verletzungen, die Raubtiere bissen ihn in Kopf und Oberkörper, rissen ihm Teile seiner linken Hand ab. W. wurde ins Krankenhaus eingeliefert, mehrere Zuschauer erlitten einen Schock. Zwei Gäste, die W. persönlich kannten, mussten ebenfalls in der Klinik behandelt werden.

W.s Kollegen gelang es, die Tiere mit harten Wasserstrahlen und Feuerlöschern in eine Ecke und schließlich zurück in ihre Käfige zu drängen. Innerhalb von 30 Sekunden konnten die Tiger laut den Veranstaltern von W. getrennt werden. Zwei Ärzte, die als Zuschauer die Vorstellung besucht hatten, leisteten Erste Hilfe. Die Halle wurde umgehend evakuiert.

Christian W. hat zwei seiner fünf Tiger mit der Hand aufgezogen. Ob diese oder die anderen Tiere ihn angegriffen haben, ist derzeit noch unklar.

"Kein böswilliger Angriff"

Der Direktor der "Dinner-Zirkus"-Show, Stefan Pagels, sprach von einem "tragischen Unfall". In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte er: "Der Vorfall ist kein böswilliger Angriff gewesen. Ein Unfall ist bei besonderen Spitzenleistungen - mit Tieren, am Trapez oder auf dem Hochseil - eben leider immer möglich." Die Tiere hätten mit dem Dompteur "spielen" wollen. "Leider ist die dünne Haut des Menschen solchen spielerischen Attacken nicht so gut gewachsen, wie es die dickere, lockere und fellgeschützte Haut eines anderen Tigers gewesen wäre."

Noch in der Nacht habe das Ensemble entschieden, die weiteren Vorstellungen nach dem alten Zirkusmotto "The show must go on" ("Die Show muss weitergehen") wie geplant abzuhalten - allerdings ohne Tiger.

Der "Dinner-Zirkus" wird in der "Alten Hagenbeck'schen Dressurhalle" in Hamburg veranstaltet. Die Gäste sitzen an Tischen, die rund um die 140 Quadratmeter große Manege aufgestellt sind. Die Veranstaltung findet seit 2004 jährlich in der Vorweihnachtszeit statt. Bereits 1998 hat die Familie Hagenbeck die Dressurhalle an Stefan und Korinna Pagels übergeben. Sie befindet sich auf dem Gelände des Tierparks.

Der Unfall erinnert an den Magier Roy Horn ("Siegfried & Roy"), der vor sechs Jahren von einem seiner weißen Tiger während einer Show in Las Vegas auf offener Bühne lebensgefährlich verletzt worden war. Der Künstler wurde durch eine Notoperation gerettet, kurz darauf aber durch einen Schlaganfall teilweise gelähmt.

Nach dem Unfall stellten die beiden ihre Auftritte in Las Vegas zunächst ein. 2009 verabschiedeten sie sich mit einem letzten Auftritt offiziell von der Bühne. Mit dabei war auch der weiße Tiger, der Roy Horn angegriffen hatte.

han/dpa/AP

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insgesamt 72 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
10.12.2009 von Lord Solar Plexus: Hai greift Dompteur im Zirkus an

Keinesfalls. Antipathy spricht davon, dass Tiere instinktgesteuert sind. Ob ein Mensch "sich" dadurch instinktiv ärger fühlt, spielt keine Rolle. ---Zitat--- Ein Hai denkt weit weniger als das ein eine Großkatze [...] mehr...

10.12.2009 von PML: Tiger ein Gruppenwesen?

Mich irritiert an dem Artikel die Erwähnung und Erläuterung von Hierarchie und dem Wunsch nach Hierarchie-Aufstieg. Sind Hierarchie-Bildungen nicht ein Spezifikum von Rudelwesen wie Mensch oder Hund / Wolf? (wobei ich [...] mehr...

09.12.2009 von Antipathy: soso

Ich glaube Sie haben meinen Beitrag leider missverstanden. Meine Aussage bezog sich auf die berüchtigte Verfilmung einer Fiktion - ein menschlich denkender, demnach rachsüchtiger Hai jagt seinen eigenen Jäger. Der Moby Dick der [...] mehr...

09.12.2009 von FatherMacKenzie: .

Hierachie? Bei Tigern? Die existiert da nicht, denn diese Tiere kommen in freier Wildbahn lediglich nur einmal in Kontakt mit Artgenossen: zur Paarung. Wenn sie sich sonst treffen, gibt es immer einen Kampf. Bis zum Ende. mehr...

09.12.2009 von Gertrud Stamm-Holz: tüüüütel

Sie beleidigen eine ganze Spezies. Großkatzen sind nicht primitiv. Keine Katze ist primitiv ausgestattet. Natürlich dürfen Sie den menschlichen Intellekt über den grünen Klee loben und dabei jede Menge Trottel unterschlagen. [...] mehr...

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