Johannesburg - Wahre Sorgen sehen freilich etwas anders aus, doch kurz vor dem Ziel hat Miss Austria die Nase gestrichen voll: Anna Hammel äußert seit Tagen in österreichischen Zeitungen heftige Kritik an den Organisatoren der "Miss World"-Wahl, deren Finale an diesem Samstag in Südafrika stattfinden wird.
Doch die Wahl, so scheint es, ist für die Oberösterreicherin vor allem eins: eine Qual. "Wir werden jeden Tag in die Halle gekarrt, dort ist nicht einmal die Bühne aufgebaut. Bin gespannt, ob es sich noch ausgeht", sagte sie "Oe24". "Wir studieren die Choreografie ein, die total langweilig ist - im Grunde laufen wir nur einen Tesastreifen entlang." Die Organisation sei "total schlecht".
Der Frust sei bei einigen ihrer Konkurrentinnen so groß, dass sie sogar ihre guten Vorsätze außer acht ließen und den Kardinalsfehler eines Models begingen - zunehmen. "Miss Mazedonien ist mit neun Kilo plus die Spitzenreiterin", sagte Hammel "Oe24".
Große Chancen rechnet sich Hammel nicht aus - vielleicht auch ein Grund für ihren Frust. Denn die Veranstalter, so moniert sie, seien parteiisch.
Teilnehmerinnen aus "exotischen Ländern" würden bevorzugt, klagte sie im österreichischen Fernsehen. "Vor allem die Misses aus Lateinamerika wurden besonders gepusht. Das fanden alle sehr unfair!", sagte Hammel laut der Website. "Ich werde nur irgendwo im Hintergrund stehen und mit dem Popo wackeln." Favoritinnen seien Miss Puerto Rico und Miss Mexico.
"Hammel, dann fährst' halt nach Haus'"
Die meisten Siegerinnen des Wettbewerbs stammten in den vergangenen Jahrzehnten aus Indien und Venezuela, die jeweils bereits fünfmal eine "Miss World" stellten. Viermal gewannen Kandidatinnen aus Großbritannien, jeweils dreimal Schönheiten aus Island, Schweden und Jamaika.
An dem Finale nehmen Schönheitsköniginnen aus 112 Staaten teil. Nach Angaben der britischen Veranstalter werden mehrere hundert Millionen Menschen an den Fernsehschirmen in aller Welt das direkt übertragene Spektakel um die Kür der "schönsten Frau der Welt" verfolgen. Gekrönt werden wird sie von der amtierenden "Miss World", der Russin Xenia Suchinowa. Am Samstag stehen nur noch die letzten 16 Finalistinnen zur Wahl.
Südafrika richtet bereits zum siebten Mal den Wettbewerb aus, so oft wie sonst kein anderes Land außer dem Heimatland dieser Veranstaltung, England. In London fand 1951 der erste Wettbewerb statt, damals ging es noch um die Krönung der "Miss Bikini".
Die Veranstaltungen rund um die Kür der Schönheitskönigin 2009 werden die Stadt Johannesburg nach Angaben der südafrikanischen Wochenzeitung "Mail & Guardian" mindestens 90 Millionen Rand (8,1 Millionen Euro) kosten. Das sei mehr als doppelt so viel wie offiziell angegeben. "Ein Debakel für Johannesburg", schreibt das Blatt in seiner Online-Ausgabe.
Hammel resümierte in dem Gespräch mit "Oe24": "Für die Organisation bin ich uninteressant. Ich entspreche nicht ihrem Typ, bin wohl zu simpel."
Die Nutzer der Seite nehmen die Stänkereien indes gelassen. Ein User mit dem bezeichnenden Namen "Motzi" schreibt: "Hammel, jammere nicht, dann fährst' halt nach Haus'."
han/dpa/AP
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