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18.12.2009
 

"Arbeit macht frei"

Diebe stehlen Schriftzug von Auschwitz-Tor

Schriftzug am Eingangstor zum früheren KZ Auschwitz: Am Freitagmorgen gestohlenZur Großansicht
REUTERS

Schriftzug am Eingangstor zum früheren KZ Auschwitz: Am Freitagmorgen gestohlen

Unbekannte haben am Eingangstor zum früheren KZ Auschwitz das Schild mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" gestohlen. Zahlreiche Polizisten sind auf der Suche nach den Tätern. Von ihnen fehlt jede Spur.

Warschau - Diebe haben in den frühen Morgenstunden die Holocaust-Gedenkstätte in Auschwitz heimgesucht. Vom Eingangstor zum Stammlager des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers ist der metallene Schriftzug "Arbeit macht frei" gestohlen worden.

"Es ist eine Entweihung der Stätte, an der mehr als eine Million Menschen ermordet wurden. Es ist beschämend", sagte ein Sprecher der Gedenkstätte. "Wer auch immer es gestohlen hat: Er wusste, was er tat und wie er es zu tun hatte", fügte er hinzu.

Die Polizei geht davon aus, dass das Schild zwischen 3.30 und 5 Uhr gestohlen wurde. Verdächtige gibt es nach Angaben der Ermittler noch nicht. Die Täter hätten die Konstruktion mit dem Schriftzug abmontiert, ihre Beute durch eine Lücke im Zaun geschafft und dort in ein Transportauto geladen, sagte ein Polizeisprecher. Die Spürhunde hätten an dieser Stelle die Witterung verloren.

Dem Auschwitz-Sprecher zufolge fehlt von den Tätern jede Spur. Inzwischen sei eine Kopie des Schriftzugs am Tor angebracht worden.

"Bedauerlich und peinlich"

Der Vorsitzende der zweiten Parlamentskammer des polnischen Senats, Bogdan Borusewicz, bezeichnete den Vorfall als "bedauerlich und peinlich". Er hoffe, dass die historische Tafel nicht zerstört werde, sagte der Politiker dem polnischen Rundfunk.

Dieser "Akt des Vandalismus" sei ohne Beispiel, sagte der für den Schutz historischer Gedenkstätten zuständige Minister Andrzej Przewoznik.

Auch in Israel löste der Diebstahl Empörung aus: Avner Schalev, Präsident der Gedenkstätte Jad Vaschem, sprach von einem Anschlag auf die Erinnerung an den Holocaust. Es handle sich um "eine Eskalation jener Elemente, die uns in die dunkleren Tage zurückführen möchten", heißt es in einer Stellungnahme.

Die zynische Aufschrift "Arbeit macht frei" gilt als Symbol des Schicksals von Millionen KZ-Häftlingen. In Auschwitz und im benachbarten Vernichtungslager Birkenau ermordeten die Nationalsozialisten mehr als 1,1 Millionen Menschen. Die meisten der Opfer waren Juden.

Der Schriftzug war etwa ein halbes Jahr nach der Gründung des Lagers Auschwitz im Juni 1940 auf deutschen Befehl von polnischen Häftlingen angefertigt worden.

hut/dpa/AFP/AP

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insgesamt 31 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
19.12.2009 von paul46: Diebe stehlen Schriftzug von Auschwitz-Tor

Ein schändliches Vergehen! Wer immer auch die Täter dieses schändlichen Vorgehens gewesen sind – für mich bleibt unfassbar, dass 64 Jahre nach Befreiung von Auschwitz immer noch menschenverachtende Täter (die sich doch bewusst [...] mehr...

18.12.2009 von Mutige: Presse

Aus der polnischen Presse kann man entnehmen, dass die Diebe den Schriftzug an einer Seite abgeschraubt, an der anderen aber abgerissen/verbogen haben. Welcher Sammler tut das? Oder er hat sich besonders dumme Gehilfen [...] mehr...

18.12.2009 von moejenning: ...

..und das ist auch gut so! mehr...

18.12.2009 von Porgy: Das waren "Souvenirjäger"

Mein Tipp: Das waren "Souvenirjäger". So wie es Leute gibt, die ganz "geil" darauf sind, ein Originalgemälde gemalt von Adolf Hitler, oder eine original gestreifte Häftlingsuniform aus Auschwitz, oder einen [...] mehr...

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