Am Donnerstag zieht ein Tief aus Frankreich nach Deutschland, Niederschläge sind sehr wahrscheinlich, und das bis in die Feiertage hinein. Nur in welcher Form die Niederschläge kommen, ob als Schnee oder Regen - das lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt kaum generell für ganz Deutschland vorhersagen. Thomas Sävert von der Meteomedia-Unwetterzentrale: "Es wird größtenteils unbeständig bleiben, mal regnen, mal schneien."
Wie das Wetter in den einzelnen Regionen des Landes wird, hängt noch vom Verlauf des Tiefs ab. Nur eines steht laut der Unwetterzentrale fest: "In ganz Süddeutschland werden milde Temperaturen herrschen, daher wird es dort am Heiligen Abend vermutlich eher regnen als schneien", sagt Sävert SPIEGEL ONLINE.
Deutschlands Wetter ist schon seit Tagen zweigeteilt. Im Südwesten wurden zuletzt Temperaturen von bis zu 13 Grad gemessen wurden, im Nordosten bis zu minus vier Grad. Die Chance auf weiße Weihnacht ist deshalb größer, je weiter nördlich man kommt. Wie aber sieht es genau aus?
In Hessen zum Beispiel dürfte der Schnee nur auf den Bergen liegen bleiben - während es im Rest des Landes eher nass und matschig wird. Am Mittwochmorgen soll zwar ein wenig Schnee fallen, bei Temperaturen zwischen null und plus drei Grad könnte er aber rasch wieder schmelzen. Für den ersten Weihnachtsfeiertag sind zwischen null und vier Grad vorhergesagt.
Berlin kann laut Meteomedia für die Feiertage Temperaturen zwischen minus ein und plus vier Grad erwarten. An Heiligabend und am ersten Weihnachtstag wird das Thermometer voraussichtlich eher selten weniger als null Grad anzeigen, leichte Niederschläge sind vorhergesagt.
In Hamburg wird es nach Einschätzung der Meteorologen am Mittwoch keinen Niederschlag geben, ab Donnerstagmittag aber schon. Am Heiligabend könnte sogar Schnee fallen, denn es sind bis zu minus drei Grad vorhergesagt. Am 25. Dezember dreht das Thermometer dann wieder ins Plus.
Nur wenig Niederschlag wird für die kommenden Tage in Köln erwartet, auch sonst wird es nichts mit Schnee: Bis zum Mittag des 24. Dezember werden die Thermometer voraussichtlich zwischen ein und vier Grad anzeigen - und in den folgenden Tagen geht es noch weiter nach oben. Auch im Ruhrgebiet und anderen Teilen Nordrhein-Westfalens liegen die Temperaturen eher über null Grad. Schlechte Aussichten für weiße Weihnachten.
Auch Leipzig kann noch einmal kräftig mit Niederschlag rechnen, am Mittwoch und am Samstag. Die Temperaturen sinken den Meteorologen zufolge wieder etwas und können - zumindest am Mittwoch - sogar Minusgrade erreichen.
Fest steht: Über die Feiertage ist überall und immer mit Glätte auf den Straßen zu rechnen. "Vor allem nachts und morgens müssen Autofahrer vorsichtig sein - selbst wenn die Lufttemperatur über null Grad liegt", sagt Sävert.
Chaos auf Europas Flughäfen
Wie große Probleme es in den kommenden Tagen im Weihnachts-Reiseverkehr geben wird, ist also nicht abzusehen. In den vergangenen Tagen hatte es in ganz Europa Verkehrschaos wegen der klirrenden Kälte und der Schneemassen gegeben. Durch Absagen, Verspätungen und Schließungen ganzer Flughäfen saßen Zehntausende Passagiere unter anderem in Frankfurt, Mailand, Amsterdam und London fest.
In Frankfurt traf es in der Nacht zu Dienstag rund 8000 Passagiere. Mehr als 3000 verbrachten die Nacht auf dem Flughafen, etliche in startbereiten Flugzeugen. Allein die Lufthansa sagte rund 250 Flüge ab. Auch nach Wiederöffnung der Startbahnen am Dienstagmorgen gab es Verzögerungen.
Der Berliner Flughafen Tegel wurde am Dienstag wegen Blitzeises vorübergehend geschlossen. Bis zu einstündige Verspätungen und Flugabsagen gab es auch am Flughafen Hamburg. (Service auf SPIEGEL ONLINE - wie Reisende zu ihrem Recht kommen...)
In Belgien, Österreich, Tschechien und Spanien ist die Kältefront weg
Der Billigflieger Easyjet strich am Airport Luton bei London bis zum Mittag alle Verbindungen. In Italien saßen mehr als 1000 Passagiere fest, die Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate mussten zeitweise geschlossen werden. Auf den Autobahnen der Emilia-Romagna kamen Autofahrer kaum noch voran. In Mailand sind 800 Soldaten eingesetzt, um dort dem Schnee-Notstand zu begegnen.
Entspannung dagegen in Belgien, Österreich, Tschechien, Bulgarien und vor allem in Spanien: Dort ist die Kaltfront schon abgezogen. Der Schnee, der noch am Montag den Madrider Flughafen teilweise blockiert und zur Absage von mehr als 300 Flügen geführt hatte, ist am Dienstag geschmolzen. Auch der Zug Eurostar nahm nach einer Pannenserie im Ärmelkanal-Tunnel seinen Betrieb zwischen Frankreich und England wieder auf, allerdings nur reduziert.
Einige Schneegeplagte schafften es mit eher ungewöhnlichen Aktionen gegen die Kälte in die Schlagzeilen. In Kärnten hat ein Rentner sein Auto mit einem Heizstrahler enteisen wollen und es damit zum Explodieren gebracht. Der Wagen und die Garage brannten aus. Fahrlässig war ein Betrunkener in Celle in Niedersachsen - er kratzte an seinem komplett schneebedeckten Auto nur ein kleines Guckloch frei. Polizisten stoppten ihn auf eisglatter Straße. Ein Alkoholtest ergab 2,43 Promille.
jjc/hut/siu/dpa
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