• Drucken
  • Senden
  • Feedback
21.01.2010
 

Unwetter in Kalifornien

"Wir sorgen uns um Ihr Leben, nicht um Ihren Teppich"

Gewitter, Stürme in Tornadostärke und heftige Regenfälle haben den US-Bundesstaat Kalifornien in den Ausnahmezustand versetzt. In Los Angeles werden Anwohner zum Verlassen ihrer Häuser aufgerufen.


Hamburg - Schwere Unwetter haben die Behörden im Süden des US-Bundesstaates Kalifornien in Alarmbereitschaft versetzt. Nach heftigsten Regenfällen waren Straßen überflutet, mehr als 500 Häuser wurden wegen Erdrutschgefahr evakuiert.

Feuerwehrchef P. Michael Freeman forderte die Bewohner der betroffenen Regionen mit einem dramatischen Appell zum Verlassen ihrer Häuser auf: "Wir sorgen uns nicht um Ihren Teppich, wir sorgen uns um Ihr Leben."

Nach den schweren Wald- und Buschbränden des vergangenen Jahres sind in den Hügellandschaften viele Abhänge "kahlgefressen" und nun so durchweicht, dass der Boden nachzugeben droht.

"Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen Mutter Natur", sagte Freeman. "Wenn sie gewinnt, dann gibt es keine Möglichkeit, dass unsere Männer - so trainiert und gut ausgerüstet sie auch sind - Ihnen helfen können." Deshalb sollten alle, die zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden seien, dies umgehend tun.

Heftige Winde heulten in den Schluchten, Tausende Haushalte waren ohne Strom. Zwei Passagierflugzeuge wurden von Blitzen getroffen, konnten jedoch sicher landen. Örtliche Medien sprachen von einem "Monstersturm".

Besonders betroffen war die Region Los Angeles. Der nationale Wetterdienst warnte vor weiteren schweren Gewittern im Laufe des Donnerstag und Stürmen in Tornadostärke. In mehreren Städten waren nach Angaben des Senders bereits Dächer eingestürzt. Auch ein Abschnitt des San Diego Freeway, eine Hauptverkehrsader, stand unter Wasser und musste gesperrt werden.

Ursache für das dritte schwere Unwetter innerhalb weniger Tage ist das Klimaphänomen El Niño. Etwa alle drei bis sieben Jahre dringt warmes Pazifikwasser an die Westküste Südamerikas vor, der kalte Humboldtstrom wird verdrängt. Luftdruckverhältnisse und Windverhältnisse ändern sich dann drastisch. Das Phänomen hat weltweiten Einfluss auf die Wetterverhältnisse.

pad/dpa/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP