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22.01.2010
 

China

30 Marathonläufer wegen Mogelns disqualifiziert

Der Xiamen International Marathon: schneller mit öffentlichen VerkehrsmittelnZur Großansicht
Corbis

Der Xiamen International Marathon: schneller mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Um bessere Zeiten zu erlangen, haben sich Teilnehmer eines Marathons in China einiges einfallen lassen. Rund 30 Läufer sind des Betrugs überführt und disqualifiziert worden. Ihnen war es beim Mogeln aber offenbar nicht nur ums Prestige gegangen.

Peking - Der Xiamen International Marathon fand bereits am 2. Januar in der Provinz Fujian im Südosten Chinas statt. Doch nun erst ist das Rennen für mindestens 30 Teilnehmer endgültig gelaufen: Sie wurden wegen Mogelns disqualifiziert. Das teilte das Sportamt der südöstlichen Provinz Fujian am Freitag auf seiner Website mit.

Die Disqualifizierten waren alle unter den Top 100 des Marathons gelandet - doch nicht aus eigener Kraft: Einige hatten sich schnellere Läufer engagiert, andere hatten von besseren Mitläufern ihren Startchip ins Ziel tragen lassen und einige hatten Teile der Strecke in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, wie es hieß.

Zunächst waren sie damit durchgekommen. Die Organisatoren fanden inzwischen aber Videoaufzeichnungen, die diesen Betrug belegen, wie die "Jiefang Daily", die Zeitung der kommunistischen Partei, in Shanghai berichtete. Einige hätten sich entschuldigt, aber die Uneinsichtigen würden künftig von Wettbewerben ausgeschlossen.

Als Motiv für den Schwindel gilt nicht nur der Wunsch nach Ruhm und Ehre: Einige der Teilnehmer des Marathons hätten mit guten Laufzeiten ihre Chancen auf einen Studienplatz erhöhen wollen, hieß es zur Erklärung.

Junge Leute, die einen der heiß umkämpften Studienplätze an Chinas Universitäten ergattern wollen, können mit guten Marathonläufen Pluspunkte für die Aufnahmeprüfung sammeln: Sie mussten die Strecke in weniger als zwei Stunden und 34 Minuten schaffen.

Die schweren Tests machen viele der Kandidaten so erfinderisch, dass im vergangenen Jahr mehrere Schüler, Eltern und Lehrer wegen Betrugs mit elektronischen Hilfsmitteln vorübergehend festgenommen wurden. Einige Lehrer hatten Funkempfänger entwickelt, über die die Prüflinge die richtigen Antworten zugespielt bekamen.

siu/AFP/Reuters

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