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03.02.2010
 

Aktenfund

Stasi hatte Nachschlüssel für Polizeiwachen in West-Berlin

Brisanter Fund in der Stasi-Akte eines Schlossers aus West-Berlin: Einem Bericht des "Zeitmagazins" zufolge hat der Mann für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR Schlüssel nachgemacht - unter anderem für die Eingangstüren sämtlicher Reviere im Westteil der Stadt.

Hamburg - Der Schlosser aus West-Berlin hat der Stasi ab 1976 jahrelang Zugang zu vielen wichtigen Gebäuden im Westen verschafft. Das geht aus der 1693 Seiten langen Stasi-Akte des "IM Genua" hervor, über die das "Zeitmagazin" berichtet. Unter den Schlüsseln, die "IM Genua" der Stasi gegen D-Mark-Zahlungen zur Verfügung stellte, waren "Duplikate vom Generalhauptschlüssel und Gefahrenschlüssel" des Hotel Savoy in der Fasanenstraße, zu verwenden für "Haupteingang, Konferenzzimmer, Direktionsbüros sowie alle Hotelzimmer".

Schon im Frühjahr 1976 hatte er der Stasi "STUV-Sicherheitsschlösser Nr. 4374 G/P" für Postschließfächer geliefert, später auch Kfz-Schlüssel und einen "speziellen Sicherheitsschlüssel" der Westberliner Polizei, mit dem sich Ampeln und Polizeirufsäulen öffnen ließen sowie die Eingangstüren sämtlicher Reviere im Westteil der Stadt. Auch einen Schlüssel zum Ostberliner ARD-Fernsehstudio konnte er zur Verfügung stellen.

Nach dem Mauerfall wurde "IM Genua" zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

jjc

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