• Drucken
  • Senden
  • Feedback
08.02.2010
 

Aloisius-Kolleg

Rektor von Bonner Jesuiten-Schule tritt zurück

Aloisius-Kolleg in Bonn: Rektor hat sein Amt niedergelegtZur Großansicht
dapd

Aloisius-Kolleg in Bonn: Rektor hat sein Amt niedergelegt

Erste personelle Konsequenzen im Skandal um sexuellen Missbrauch an Jesuiten-Schulen: Der Rektor des Bonner Aloisius-Kollegs hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Dies halte er im Interesse einer lückenlosen Aufklärung für angeraten.

Bonn/München - Der Skandal um sexuellen Missbrauch an Jesuiten-Schulen in Deutschland hat erste personelle Konsequenzen: Der Rektor des Bonner Aloisius-Kollegs, Pater Theo Schneider, trat am Montag mit sofortiger Wirkung zurück. Das teilte die Deutsche Provinz der Jesuiten am Abend in München mit.

Der Pater halte diesen Schritt auch wegen der gegen ihn gerichteten Vorwürfe - etwa der Mitwisserschaft - im Interesse einer lückenlosen Aufklärung für angeraten, hieß es. Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Stefan Dartmann, habe den Rücktritt angenommen. In den nächsten Tagen werde eine kommissarische Leitung des Kollegs bestellt.

Seit gut einer Woche waren Missbrauchsfälle von allen drei deutschen Jesuiten-Gymnasien - dem Berliner Canisius-Kolleg, dem Kolleg St. Blasien im Schwarzwald und dem Bonner Aloisius-Kolleg - bekanntgeworden und hatten für viel Aufsehen gesorgt.

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Mitglieder des katholischen Jesuiten-Ordens hatten am vergangenen Donnerstag auch das Bonner Kolleg erreicht. Ein 62-jähriger Ex-Schüler berichtete von sexuellen Übegriffen durch Priester, danach meldete sich ein weiterer Betroffener am Freitag. Miguel Abrantes klagt mehrere Patres an, ihn und seine Mitschüler an dem Bad Godesberger Gymnasium über Jahre hinweg sexuell belästigt zu haben. Der 37-Jährige schrieb bereits 2004 in dem Buch "Sacro Pop. Ein Schuljungen-Report" über seine Erlebnisse an dem Kolleg.

Betroffen sind auch eine frühere Jesuitenschule in Hamburg und weitere Einrichtungen. Erste Missbrauchsfälle aus den siebziger und achtziger Jahren waren am 28. Januar in Berlin öffentlich geworden. Dann kamen weitere Taten von drei Jesuiten-Patres in Hamburg, Hildesheim, Göttingen, Hannover, im Schwarzwald und in Bonn ans Licht.

wit/dpa/ddp

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 2129 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
12.02.2010 von Klo:

Die Kirche braucht gar nicht zu bestrafen. Das ist allein Aufgabe der weltlichen Gerichte. Die Zeiten von Inquisition und kirchlicher Lynchjustiz sollten nun wirklich längst vorbei sein, auch wenn einige sich die "gute alte [...] mehr...

12.02.2010 von udo46: xxx

Für folgende "Leistungen" hat sich die RKK in jüngster Vergangenheit entschuldigt: - jahrhundertelange Verfolgung der Juden - Holocaustleugnung - Verfolgung und Ausrottung der Ureinwohner Lateinamerikas - [...] mehr...

12.02.2010 von hans-werner degen:

Das die Strafmöglichkeiten der Kirche leider begrenzt sind...... mehr...

12.02.2010 von Markus Heid: Riekofen

Hallo, ich warte noch auf den Link zu Ihrer Antwort mehr...

12.02.2010 von hans-werner degen:

Auf jeden fall fielen sie mit der großen geforderten Entkriminalisiergswelle zusammen...... Du kennst meinen Standpunkt aus dem Cafe mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles zum Thema Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP