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08.02.2010
 

Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Arbeiter räumt Schlamperei bei U-Bahn-Bau ein

Unglücksstelle in Köln (Aufnahme von März 2009): Eingestürztes StadtarchivZur Großansicht
ddp

Unglücksstelle in Köln (Aufnahme von März 2009): Eingestürztes Stadtarchiv

Bei ihren Ermittlungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs liegt der Staatsanwaltschaft offenbar ein erstes Geständnis vor: Ein Bauarbeiter der neuen U-Bahn-Strecke hat nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" eingeräumt, dass an der Unglücksstelle bewusst nachlässig gearbeitet worden sei.

Köln - Hat Schlamperei am Bau möglicherweise den Einsturz des Kölner Stadtarchivs im vergangenen Jahr verursacht? Bei ihren Ermittlungen liegt der Kölner Staatsanwaltschaft einem Zeitungsbericht zufolge ein erstes Geständnis vor. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, räumte ein Bauarbeiter der U-Bahnlinie unter der Kölner Südstadt ein, dass an der Unglücksstelle bewusst nachlässig gearbeitet worden sei.

Demnach sollen in einer Außenwand, die den U-Bahntunnel sichern sollte, zu wenig Eisenbügel eingeflochten worden sein. Der geständige Bauarbeiter soll laut dem Blatt auf Anweisung seines Poliers gehandelt haben. Die nicht verwendeten Eisenbügel seien an einen Schrotthändler verkauft worden.

Ein weiterer Zeuge soll laut "Kölner Stadt-Anzeiger" eine gleichlautende Aussage gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft wollte die Angaben gegenüber der Zeitung "mit Blick auf die laufenden Untersuchungen weder bestätigen noch dementieren". Der beschuldigte Polier soll die Vorwürfe zurückgewiesen haben. Das Kölner Stadtarchiv war Anfang März 2009 eingestürzt. Tausende wertvolle Dokumente wurden unter den Trümmern begraben, zwei Anwohner starben.

In dem etwa 3,50 Meter breiten Abschnitt der Außenwand, in dem die Metallbügel gefehlt hätten, soll ein Gutachter dem Bericht zufolge vor dem Unglück "Auffälligkeiten" entdeckt haben. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass das Protokoll für diesen Bauabschnitt gefälscht worden sein soll. Nach Auffassung der Kölner Verkehrs-Betriebe könnte das Fehlen der Eisenbügel die Stabilität der Stützwand an dieser Stelle beeinträchtigt haben.

Möglicherweise habe die Wand "dem Grundwasserdruck kein ausreichendes Widerlager" geboten, heißt es laut "Stadt-Anzeiger" in einem Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen. Dem Vernehmen nach halte es die Staatsanwaltschaft jedoch für unwahrscheinlich, dass das Fehlen der Eisenbügel den Einsturz verursacht habe.

wit/AFP/dpa

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insgesamt 19 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.02.2010 von derschneider: U-Bahn

Hier, in dieser Diskussion, finden wir eine Anhäufung von Dummheiten. Ein Polier, der Bewehrung, die in Stahllisten auf die Position genau geliefert werden, ausbauen kann um sie auf den Schrottplatz zu verkaufen... was für ein [...] mehr...

09.02.2010 von fucus-wakame: Bewehrungsstahl

Von Bewehrungsstahl haben Sie schon gehört? Haben Sie in ihrer Bauzeit etwa mit Holzplanken gearbeitet? mehr...

09.02.2010 von smokeonit: kölner korruption...

sollte nicht vor einem kölner gericht verhandelt werden!!! die schützen sich doch alle gegenseitig... einen kleinen arbeiter oder polier anzukreiden ist doch ein witz! mehr...

09.02.2010 von Rainer Helmbrecht: Titel verweigert!

Der Lohn hat mit der Leistung am Wenigsten zu tun. Überlegen Sie mal, wie gut bezahlt unsere Abgeordneten sind und wie oft das BVerfG bemüht wird, um die größten Mängel aus zu bügeln. MfG. Rainer mehr...

09.02.2010 von Toe Jam: Sicherheit...

Gesamte Strecke, das ist Unfug! Der Tunnel selbst ist in Schildbauweise mit Tübbingen (Beton-Fertigteilen) erstellt worden, die wurden in einer Fabrik hergestellt. Nennen Sie mir einen >Tunnel< weltweit in dieser Bauweise [...] mehr...

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Historisches Archiv der Stadt Köln

Geschichte

Die Anfänge des Archivs reichen in das frühe 12. Jahrhundert zurück. Die für die Stadt wichtigen Schriftstücke hatten 1322 noch Platz in einer Kiste im Hause eines Patriziers , wuchsen aber zeitgleich mit Kölns Entwicklung zur freien Reichsstadt rasch an. Als der Rat 1406 den Bau des Rathausturms beschloss, gehörte zum Bauprogramm auch ein Archivgewölbe. Damals wurde das erste, noch heute erhaltene Archivinventar angelegt.
Den Zweiten Weltkrieg hatten die ausgelagerten Archivbestände ohne Verluste überstanden. Dagegen sind die damals noch in den städtischen Dienstgebäuden lagernden Akten aus der Zeit der Weimarer Republik seit etwa 1927 und der NS-Zeit während des Krieges weitgehend vernichtet worden.
Das Haus beherbergt zahlreiche Schätze der Kultur-, Kirchen- und Verwaltungsgeschichte. Zum Bestand gehören Herrscherurkunden und zahlreiche kostbare Handschriften . Köln ist nach Angaben von Historikern auch eines der wichtigsten Archive der deutschen Hanse , weil 1593/94 auf Beschluss des Hansetages die Urkunden und Akten des seinerzeit größten Kontors , das in Antwerpen lag, in die sicheren Mauern Kölns gebracht wurden.
dpa

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