Hamburg - Der US-Soldat Sergeant Joshua Tabor soll sich einem BBC-Bericht zufolge bei der Erziehung seiner Tochter harter Methoden bedient haben: Demnach soll der 27-Jährige das vier Jahre alte Mädchen mit der geächteten Verhörmethode Waterboarding - einer Foltermaßnahme, wie sie bei der CIA in der Vergangenheit üblich war - zum Lernen gezwungen haben.
Joshua Tabor habe der Polizei in Yelm im US-Bundesstaat Washington gestanden, seine vierjährige Tochter auf den Tisch gelegt und ihr Gesicht vier Mal in eine Schüssel mit Wasser getaucht zu haben. Dabei sei der Kopf des Kindes komplett unter Wasser gewesen. Der Grund für die rabiate Erziehungsmethode: Das Mädchen konnte das Alphabet nicht aufsagen.
Todd Stancil, Sprecher der Polizei in Yelm bestätigte, der brutale Vater sei verhaftet worden. Das Mädchen habe man verstört und von blauen Flecken übersät in einem verschlossenen Badezimmer in der Wohnung des Soldaten gefunden. Die Gewalttat gegenüber dem Mädchen könne man mit dem sogenannten Waterboarding vergleichen, so Stancil. Bei dieser Foltermethode, die offiziell verboten ist, wird das Gesicht mit einem Tuch bedeckt und mit Wasser überschüttet, für das Opfer fühlt es sich so an, als müsse es ertrinken.
Besonders schlimm im Fall Tabor sei zudem: "Das Mädchen hat Angst vor Wasser", sagte Polizeisprecher Stancil. Nach seiner Festnahme sagte Tabor, die Bestrafung für seine Tochter sei "völlig angemessen" gewesen.
Der Übergriff auf das Kind war aufgeflogen, weil Tabors Freundin die Polizei alarmiert hatte. Der zur Tatzeit alkoholisierte Vater sei wütend gewesen, weil seine Tochter das Alphabet nicht richtig habe aufsagen können, so Stancil. Anschließend sei er mit einem Soldatenhelm auf dem Kopf auf die Straße gerannt und habe gedroht, die Fenster der Nachbarhäuser einzuschlagen. Das Sorgerecht hatte der Soldat, der im Irak als Hubschraubermechaniker im Einsatz war, erst seit vier Wochen. Jetzt muss er sich für die Tat vor Gericht verantworten.
Der frühere US-Präsident George W. Bush hatte den Geheimdienst CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 autorisiert, die umstrittene Verhörmethode Waterboarding bei der Befragung von Terrorverdächtigen anzuwenden. Sein Nachfolger Barack Obama verbot Waterboarding und andere "harte Verhörmethoden", die Menschenrechtler als Folter einstufen.
jjc/AFP
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