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12.02.2010
 

Köln

Behörden wollten Innenstadt evakuieren lassen

Blickauf die Innenstadt von Köln: Verwaltung erwog Evakuierung wegen U-Bahn-BauschädenZur Großansicht
DPA

Blickauf die Innenstadt von Köln: Verwaltung erwog Evakuierung wegen U-Bahn-Bauschäden

Gab es in Köln noch mehr Pfusch am Bau? Knapp ein Jahr nach dem Einsturz des Stadtarchivs haben die Behörden zeitweise die Evakuierung von Teilen der Innenstadt erwogen. Nach SPIEGEL-Informationen soll beim Bau mehrerer U-Bahn-Haltestellen geschlampt worden sein.

Hamburg - Knapp ein Jahr nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs haben Stadt, Feuerwehr und Verkehrsbetriebe in der Domstadt zeitweise die Evakuierung von Teilen der Innenstadt erwogen. Grund waren Informationen über neue Sicherheitsbedenken beim Bau der U-Bahn-Erweiterung, die die Kölner Staatsanwaltschaft laut internen Papieren am 26. Januar im Zuge der "Gefahrenabwehr" an das Management der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) weitergeleitet hatte.

Die Stadtspitze ließ mit Fachleuten daraufhin laut einem Sitzungsprotokoll am 28. Januar großräumige Evakuierungen um den Waidmarkt vorbereiten. Der Notfallplan wurde nach weiteren Prüfungen durch Sachverständige fallengelassen.

Ermittler gehen inzwischen dem Verdacht nach, dass Mess- und Statikdokumente für den Bau von Stützwänden nicht nur bei der U-Bahn-Baustelle am Waidmarkt, sondern auch am Rathaus und am Heumarkt manipuliert worden sein könnten. Sie stießen mehrfach auf identische Messprotokolle für verschiedene Abschnitte der Stahlbetonwände, der sogenannten Schlitzwand-Lamellen. Möglicherweise könnten einzelne dieser Stützwände nicht tief genug ins Erdreich eingebracht oder nicht ordnungsgemäß verankert worden sein.

Interne Dokumente nähren zudem den Verdacht, dass notwendige Eisenverankerungen eingespart und an Schrotthändler verkauft wurden. Hanns W. Feigen, Anwalt der in einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) verbundenen Baufirmen, wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Nur 17 Prozent der vorgesehen Stahlbügel eingebaut

Die Stadt Köln teilte am Donnerstagabend mit, dass in der innerstädtischen Baugrube Heumarkt zum Teil nur 17 Prozent der vorgesehenen Stahlbügel eingebaut wurden. Sie bestätigte damit einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger".

Der Polier der Grube und seine Mitarbeiter sollen die Teile gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft haben. Die Bügel dienten zur Stabilisierung der Wände. Nach eingehender Prüfung kam die Stadt aber zu dem Schluss, dass trotz allem keine Einsturzgefahr bestehe. Alle Experten seien sich in diesem Punkt einig.

Der Rosenmontagszug könne ohne Beeinträchtigung stattfinden, versicherte die Stadt. "Um in jedem Fall weiterhin die größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können (...), werden alle Untersuchungen und Messungen kontinuierlich fortgesetzt."

Experten hatten in der Nacht zum Donnerstag Wände in der Baugrube geöffnet, um zu prüfen, ob dort wirklich zu wenige Stahlbügel eingebaut worden waren. Was sie sahen, übertraf ihre schlimmsten Erwartungen: Teilweise fehlten mehr als 80 Prozent der Bügel. Feuerwehr und Polizei wurden daraufhin in Alarmbereitschaft versetzt.

"Gemeißelt und gerechnet"

"Oben feierten die Jecken fröhlich Weiberfastnacht, unten in der Grube der U-Bahn-Haltestelle Heumarkt wurde gemeißelt und gerechnet", berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger". Auch in den unterirdischen Baustellen Rathaus und Waidmarkt soll ein großer Teil der Bügel fehlen. Am Waidmarkt war vor knapp einem Jahr das Stadtarchiv eingestürzt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. Allerdings kann dies nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft nichts mit den fehlenden Bügeln zu tun gehabt haben.

jdl

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Die neuesten Beiträge:
01.03.2010 von Smart Soul: Die wahren Hintergründe

Das scheint doch sehr nah dran an der Wahrheit. Und wer es genau wissen will, braucht ja nur die Neue Havanna Zeitung lesen, um den Hintergründen auf die Spur zu kommen: http://www.neue-havanna-zeitung.de/archives/5021 mehr...

26.02.2010 von Jordan Sokoł: Fehlender Sachverstand bei der Bezirksregierung Düsseldorf

Hallo Flari, jetzt gilt es als sicher: Mit dem Herannahen des Rheinhochwassers wird die U-Bahnbaustelle geflutet, um den befürchteten Einwirkungskräften auf die unfertigen Gewerke den notwendigen Druckausgleich entgegensetzen [...] mehr...

16.02.2010 von teopred2: nö, geb ich nicht, keinen Titelcent

Ohwei, davon habe ich noch nichts mitbekommen. Wenn ich dann noch an die durch die U-Bahnen verursachten Schwingungen und Erschütterungen denke, könnte ich vermuten, daß das Ganze ein bitterböses Ende nimmt. Na gut, ich mag eh [...] mehr...

16.02.2010 von Flari: Dafür gibt es doch bestimmt Zuschüsse...

aus dem Säckel des Hochwasserschutzes durch Bereitstellung von Überflutungsflächen. mehr...

16.02.2010 von Jordan Sokoł: Haut das Unhaltbare nieder

Richtig, teopred2, „rausreißen“! Wurde doch jetzt noch in den Nachrichtensendungen darüber informiert, daß auch zu wenig Beton eingebaut worden ist und für das nächste Rheinhochwasser die Flutung der Baustellen beabsichtigt [...] mehr...

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Die Anfänge des Archivs reichen in das frühe 12. Jahrhundert zurück. Die für die Stadt wichtigen Schriftstücke hatten 1322 noch Platz in einer Kiste im Hause eines Patriziers , wuchsen aber zeitgleich mit Kölns Entwicklung zur freien Reichsstadt rasch an. Als der Rat 1406 den Bau des Rathausturms beschloss, gehörte zum Bauprogramm auch ein Archivgewölbe. Damals wurde das erste, noch heute erhaltene Archivinventar angelegt.
Den Zweiten Weltkrieg hatten die ausgelagerten Archivbestände ohne Verluste überstanden. Dagegen sind die damals noch in den städtischen Dienstgebäuden lagernden Akten aus der Zeit der Weimarer Republik seit etwa 1927 und der NS-Zeit während des Krieges weitgehend vernichtet worden.
Das Haus beherbergt zahlreiche Schätze der Kultur-, Kirchen- und Verwaltungsgeschichte. Zum Bestand gehören Herrscherurkunden und zahlreiche kostbare Handschriften . Köln ist nach Angaben von Historikern auch eines der wichtigsten Archive der deutschen Hanse , weil 1593/94 auf Beschluss des Hansetages die Urkunden und Akten des seinerzeit größten Kontors , das in Antwerpen lag, in die sicheren Mauern Kölns gebracht wurden.
dpa

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