Le Bourget - Die Suche nach den Flugschreibern der abgestürzten Air-France-Maschine soll Mitte März wieder aufgenommen werden. Das teilte der Chef der französischen Luftfahrtbehörde BEA, Jean-Paul Troadec, am Mittwoch in Le Bourget mit.
Vier Wochen Zeit und Kosten von zehn Millionen Euro würden für die Aktion zunächst veranschlagt - es sei die teuerste und aufwendigste Suche, die seine Behörde jemals eingeleitet habe, sagte Troadec.
Der aus Rio de Janeiro kommende Airbus mit Ziel Paris verschwand in der Nacht zum 1. Juni 2009 vor Brasilien von den Radarschirmen und stürzte ins Meer. Dabei kamen alle 228 Insassen ums Leben, unter ihnen auch 28 Deutsche.
In den folgenden Wochen wurden mehr als tausend Wrackteile und etwa 50 Leichen geborgen. Die zur Ermittlung der Unglücksursache wichtigen Flugschreiber wurden bislang jedoch nicht gefunden.
Eine Hinterbliebenengemeinschaft hatte die Ermittler zuvor scharf kritisiert. Die Behörde arbeite "nicht nachvollziehbar und unabhängig genug", erklärte die Opfervereinigung Entraide et Solidarité AF447. Die Angehörigen hätten den "starken Verdacht", dass das Verkehrsministerium und Luftfahrtstellen sich in die Ermittlungen "einmischten", um "Unternehmen und Behörden zu schützen".
Die neue Suche soll sich laut BEA-Chef Troadec über ein Areal von 2000 Quadratkilometern erstrecken - das entspricht fast der Fläche des Saarlands.
Beteiligen werden sich auch Schiffe aus den USA und Norwegen sowie internationale Experten, darunter auch aus Deutschland. "Wir müssen erst den Heuhaufen finden, dann können wir nach der Nadel suchen", sagte der Leiter der Luftfahrtbehörde. Er sehe aber gute Chancen, die Flugschreiber zu finden. Diese werden in einer Tiefe von etwa 4000 Metern unter dem Meeresspiegel vermutet.
pad/apn/AFP
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