Ein Kommentar von Peter Wensierski
Wirklich nicht?
Aus allen Teilen der Bundesrepublik melden sich Menschen und berichten von sexuellen und anderen Misshandlungen in katholischen Erziehungseinrichtungen. Das Versagen der Kirche - wie in Amerika und Irland -, das Wegschauen, Verschweigen und Vertuschen, das die Bischöfe in Deutschland nicht wahrhaben wollten, ist mit den Vorgängen an den Jesuitenschulen in Hamburg, Bonn oder Berlin nun auch hierzulande sichtbar geworden.
Das deutsche Katholikenoberhaupt, Robert Zollitsch, schweigt dazu seit 14 Tagen. Er will sich erst nächste Woche, nach Absprache mit seinen Brüdern, dazu äußern. Auch der deutsche Papst hat nicht direkt zur Situation in Deutschland Stellung genommen.
Dafür machen das andere, der Augsburger Bischof Mixa etwa, der den wahren Schuldigen am Missbrauch ermittelt hat: "Die sogenannte sexuelle Revolution" sei "daran nicht unschuldig", meint er - als ob es vor 1968 besser gewesen sei.
Bischof Mixa: Zurück zur "Darüber-spricht-man-nicht"-Moral
Besonders die fünfziger Jahre - das belegen zahllose Zeugenberichte - gehören mit gewalttätigen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen unter dem Dach der Kirche zu den dunkelsten Kapiteln ihrer Geschichte.
Die Tabuisierung des Themas Sexualität, dessen Vermengung mit Sünde, Schuld und Strafe hat viele Menschen psychisch krank werden lassen - bis heute wirkt diese fatale Haltung fort. Auch und gerade bei katholischen Priestern, die aus ihrem Beruf aussteigen mussten, um überhaupt weiter leben zu können.
Wenn es nach Mixa ginge, hätten wir also wieder die Sexualmoral von vor 1968, in der beispielsweise uneheliche Kinder als "Kinder der Sünde" galten, ein Makel, unter dem viele ihr Leben lang litten.
Mixa will offenbar zurück zur verheerenden "Darüber-spricht-man-nicht"-Moral, die einst wesentlich von der katholischen Kirche geprägt wurde. Bischöfe wie Mixa täten besser daran, sich endlich wegen der Stigmatisierung unehelicher Kinder oder Homosexueller durch seine Kirche zu entschuldigen.
Andere Bischöfe versuchen, die Schuld der Kirche durch den Hinweis auf Missbrauchsfälle andernorts in der Gesellschaft zu relativieren oder die Fälle als Einzelfälle kleinzureden.
Tiefer Riss geht durch katholische Kirche
Mittlerweile geht aber ein tiefer Riss durch die katholische Kirche.
Da sind einerseits jene, die weitermachen wollen wie bisher - ohne zu begreifen, was da über Jahrzehnte von ihrer Institution für ein Schaden angerichtet worden ist. Auf der anderen Seite beginnt der Panzer, den sich die Kirche zugelegt hat, aufzubrechen.
Der Jesuitenpater Hans Langendörfer etwa brachte es auf den Punkt: "Die Enthüllungen zeigen ein dunkles Gesicht der Kirche, das mich erschreckt", war seine erste Reaktion. Hierarchisch ist er die Nummer zwei nach Zollitsch in der Bischofskonferenz. Auch der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode räumte ein, offenbar sei die Kirche "zu leichtfertig" mit den Tätern umgegangen.
Der Druck auf die ab nächste Woche Montag tagenden Bischöfe wird immer größer. Zollitsch kann es sich nicht mehr erlauben, ein paar warme Worte allgemeiner Entschuldigung zu sprechen.
Es geht nicht um die Täter, sondern um das System, das sie jahrelang geschützt hat. Sexualstraftäter brauchen und schaffen sich ein Umfeld, das sie trägt - dieses Umfeld hieß in vielen Fällen katholische Kirche.
In Irland treten deswegen immer mehr Bischöfe zurück. Dort hat es eine Überprüfung der Vorgänge von außen gegeben, von einer wirklich unabhängigen Untersuchungskommission des Justizministeriums.
Die Kirche musste ihre Akten offenlegen, die Regierungskommission vernahm Zeugen und legte vor drei Monaten einen für die Bischöfe niederschmetternden Bericht vor.
Der Skandal der Jesuitenschulen steht dem in nichts nach, wie der Zwischenbericht von der Missbrauchsbeauftragten Ursula Raue zeigt.
Es ist Zeit, zu handeln.
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..... Und die biblische Geschichte mit dem ChristusKIND stellt sich plötzlich auch in einem ganz anderen Licht dar.... In der Tat ist es in der RKK zu einem ganzen Sammelsurium an verdeckte und direkte Gewalt, an verdeckten [...] mehr...
Ich fordere Frau Leutheusser und alle Politiker auf, diesen Sauhaufen von Schwerverbrechern endlich und ohne Rücksicht auszumisten. Es gibt nur eine gerechte Strafe für jahrelanges Foltern von kleinen Kindern - lebenslänglich mit [...] mehr...
Wenn alle, die von den einen oder anderen anzüglichen Geschichten in der katholischen Kirche direkt berührt wurden, den Mund aufmachen würden, wäre diese Institution schon längst als kriminelle Vereinigung verboten. Es ist [...] mehr...
.... Tja, die Sprache dieser Geistlosen, ähh Geistlichen ist schon bemerkenswert: Sie zeugt davon, nichts begriffen zu haben, weder die Ursachen, noch die Zusammenhänge, nicht das Ausmaß, nicht das Leid der Betroffenen und [...] mehr...
Freut mich, dass das nun geklaert ist. Ich warte aber immer noch auf Ihre Antwort bezueglich der mindestens 5000 Kinderschaender in kirchlichem Dienst (laut Vatikan sogar eher zwischen 7500 und 25000)? mehr...
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