Die Behörden betonten, Touristen seien nicht unter den Opfern. Das Auswärtige Amt bestätigte, bislang seien keine Deutschen durch das Unwetter verletzt oder gar getötet worden. Am Wochenende waren nach Angaben des Touristikkonzerns Tui rund 1400 Urlauber auf Madeira. Allen gehe es gut, hieß es.
Stundenlanger Regen hatte auf der bei Touristen beliebten Atlantik-Insel zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Die Wassermassen spülten Autos ins Meer, zerstörten mehrere Brücken und rissen Bäume um. In einigen Gegenden fiel der Strom aus, wie es weiter hieß. Die Sturmböen erreichten mancherorts Geschwindigkeiten von hundert Stundenkilometern.
Der Flughafen musste geschlossen werden. Auch zahlreiche Straßen waren unpassierbar. Der Zivilschutz rief die Einwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Ortschaften seien von der Außenwelt abgeschnitten.
Aus Lissabon wurden am späten Samstagabend zwei Hubschrauber und eine Fregatte der Marine mit einem Ärzteteam nach Madeira entsandt.
Der portugiesische Ministerpräsident José Sócrates äußerte sich "zutiefst bestürzt" über die Todesopfer und die Verwüstungen. Sobald es das Wetter zulasse, werde er nach Madeira reisen und sich selbst ein Bild von der Lage machen. Die Regionalregierung kündigte an, die Europäische Union um Hilfe zu bitten.
Der Präsident der Europäischen Kommission, der Portugiese José Manuel Barroso, zeigte sich bestürzt über die Naturkatastrophe auf Madeira. Er sprach den Familien der Opfer am Samstagabend in Brüssel sein Beileid aus. Die Europäische Kommission werde die portugiesischen Behörden in "dieser schrecklichen Katastrophe" unterstützen.
Madeira ist mit etwa 265.000 Einwohnern die größte Insel des gleichnamigen Archipels. Zu diesem gehören noch die kleine Insel Porto Santo sowie zwei unbewohnte Inselgruppen.
anr/dpa/AFP/apn/Reuters
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