Shillong - "Wir sind zutiefst geschockt und verletzt", sagte Erzbischof Dominic Jala von der Diözese Shillong im Nordosten Indiens am Montag. Das Buch mit dem unorthodoxen Jesus-Porträt wurde demnach an katholischen Schulen in dem mehrheitlich von Christen bewohnten Bundesstaat Meghalaya verwendet.
Den Herausgebern des Schulbuches fehle es an "Respekt für Religionen", sagte Jala. Das fragwürdige Schulbuch ist für das Erlernen des Alphabets gedacht. Der trinkende und rauchende Jesus wurde dabei zur Illustration des Buchstaben "I" im Wort "Idol" herangezogen. Die Regierung des Bundesstaats Meghalaya verurteilte den "gotteslästerlichen Akt".
Auf den Verleger kommen womöglich strafrechtliche Konsequenzen zu. Die Polizei fahndet nach eigenen Angaben wegen "Verletzung religiöser Gefühle" nach dem Chef des in Neu Delhi ansässigen Verlagshauses Skyline, das das umstrittene Schulbuch inzwischen zurückrief. Die römisch-katholische Kirche untersagte an allen ihren Schulen in Indien die Benutzung von Skyline-Büchern. Einem Bericht der "Shillong Times" zufolge entschuldigte sich das Verlagshaus, religiöse Gefühle verletzt zu haben. Wie der sündige Jesus in einem Grundschulbuch abgedruckt werden konnte, dafür hatte Skyline den Angaben zufolge auch keine Erklärung.
Etwa 2,3 Prozent der 1,1 Milliarden Inder sind Christen. Sie leben vor allem im östlichen Bundesstaat Orissa sowie in Kerala und Goa im Süden des Landes. Die große Mehrheit der indischen Bevölkerung sind Hindus.
jjc/AFP
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