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28.02.2010
 

Nach Erdbeben in Chile

Tsunami verschont Hawaii und Australien

Waikiki Beach: Kurz vor dem Eintreffen des Tsunamis zieht sich das Wasser zurückZur Großansicht
AP

Waikiki Beach: Kurz vor dem Eintreffen des Tsunamis zieht sich das Wasser zurück

Die Wellen sind weniger hoch als befürchtet: Nach dem Erdbeben in Chile hat der Tsunami Hawaii und Australien erreicht, richtete dort offenbar aber kaum Schäden an - auch weil die Menschen rechtzeitig gewarnt waren. Im chilenischen Katastrophengebiet ist die Verwüstung jedoch enorm, die Zahl der Toten stieg auf mehr als 200.

Washington/Honolulu - Die durch das schwere Erdbeben in Chile ausgelösten Tsunami-Wellen haben Hawaii und Australien erreicht - offenbar ohne dort größere Schäden anzurichten. Die ersten Wellen erreichten Hawaii später als erwartet und waren auch keineswegs so hoch wie befürchtet. Die Nachrichtenagentur AP berichtet von einer Höhe von 1,80 Metern. Zuvor hatte sich das Wasser von den Küsten zurückgezogen - ein typisches Phänomen, das auch bei dem verheerenden Tsunami vor fünf Jahren im Indischen Ozean zu beobachten war.

Behörden und Bevölkerung waren frühzeitig gewarnt. Seit dem frühen Morgen heulten auf der amerikanischen Pazifikinsel die Tsunami-Sirenen - zum ersten Mal seit 16 Jahren. Die Behörden brachten Bewohner aus tief gelegenen Küstengebieten in Sicherheit. Viele Menschen deckten sich in Supermärkten mit Lebensmitteln und Trinkwasser ein. Hawaii verfügt seit längerem über detaillierte Tsunami-Notpläne, die vorsehen, aus welchen Gebieten die Menschen fliehen müssen. Besonders gefährdet seien die Küstenstreifen im Süden und Osten. Inzwischen wurde die Tsunami-Warnung für Hawaii aufgehoben.

Bis zu 1,50 Meter hohe Wellen trafen auf die Ostküste Neuseelands. Auf den Chatham-Inseln wurden bis zu drei Meter hohe Wasserwände befürchtet. Die Bewohner der Chatham-Inseln sowie von Tonga und den Cook-Inseln im Südpazifik brachten sich in höhergelegenen Gebieten in Sicherheit.

Auch in Australien waren die ersten Auswirkungen des Tsunamis zu beobachten. Vor Tasmanien sei der Wasserspiegel um einige Zentimeter angestiegen, teilten die Behörden mit. Vor der Ostküste sei mit einem Anstieg des Pegels um 40 Zentimeter und starken Strömungen zu rechnen. In Japan rechnen die Behörden aber immer noch mit einer Flutwelle bis zu drei Metern Höhe.


Wenige Minuten nach dem Erdstoß wurden an der chilenischen Küste mindestens elf Städte von einem Tsunami überrollt. Die 2,30 Meter hohe Flutwelle traf unter anderem die Stadt Talcuhuano nördlich von Concepción, wie das US-Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik (NOAA) bekanntgab. Die 700 Kilometer vor der chilenischen Pazifikküste gelegene Robinson-Crusoe-Insel wurde von mehreren gigantischen Wellen getroffen. Dort seien mindestens fünf Menschen gestorben, weitere elf Menschen werden nach Behördenangaben vermisst. Auch für die Westküste der Vereinigten Staaten und Kanadas gab das US-Tsunami-Warnzentrum eine Warnung aus.

Mindestens 200 Todesopfer in Chile

Durch das schwere Erdbeben der Stärke 8,8 sind in der Nacht zum Samstag in Chile mehr als 200 Menschen getötet worden. Die Zahl der Toten sei auf mindestens 214 gestiegen, teilte Innenminister Edmundo Pérez Yoma mit. Es handele sich um "eine Katastrophe von enormem Ausmaß", weshalb es schwer sei, präzise Zahlen zu nennen, sagte Yoma.

Der Erdstoß ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) um 3.34 Ortszeit (8.34 Uhr MEZ) vor der chilenischen Küste im Pazifik. Das Zentrum lag demnach in 35 Kilometern Tiefe etwa 115 Kilometer nordöstlich der Stadt Concepción.


Präsidentin Michelle Bachelet rief für die Regionen um das Epizentrum den Katastrophenzustand aus. Das Fernsehen zeigte Bilder von eingestürzten Wohnhäusern und Verletzten auf Tragen. Straßen waren zerstört, Überführungen zusammengefallen, die Telefon-, Strom- und Wasserversorgung war unterbrochen. Auf den gewaltigen Erdstoß folgten zahlreiche Nachbeben, von denen 21 die Stärke 5,0 oder mehr hatten, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. Eines der Nachbeben erreichte sogar die Stärke 6,9.

Auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Santiago de Chile gab es erhebliche Sachschäden. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, dass das Abflugterminal teilweise zerstört wurde. Teile der Dachkonstruktion lagen in der Abflughalle, eine Fußgängerpassage stürzte mehr als fünf Meter in die Tiefe. Die Start- und Landebahn war nach Angaben von Bauminister Sergio Bitar intakt. Der Zustand des Kontrollturms wurde noch überprüft. Mehrere Flugzeuge wurden nach Argentinien umgeleitet.

Viele Gebiete waren zunächst von der Außenwelt abgeschnitten. Das zweigeschossige Parkhaus eines Mietshauses in Santiago fiel in sich zusammen und begrub etwa 50 Autos unter sich. Am Rand der Hauptstadt stürzte eine Brücke ein. Der Flughafen wurde für mindestens 24 Stunden geschlossen, weil das Passagierterminal schwer beschädigt worden war. In Concepción stürzte ein 15-stöckiges Hochhaus ein.

Der Erdstoß war nach Behördenangaben entlang des Gebirgszugs der Anden auch in Argentinien zu spüren. In der Hauptstadt Buenos Aires und in Córdoba schwankten Gebäude. Schäden oder Verletzte habe es aber nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Stadtregierung von Buenos Aires.

US-Präsident Barack Obama und die spanische EU-Präsidentschaft boten Chile Hilfe bei den Rettungsarbeiten und beim Wiederaufbau an. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon drückte sein Bedauern über die Naturkatastrophe aus. Die EU gab drei Millionen Euro an Soforthilfen frei. Nach Angaben von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sollte umgehend ein Erkundungsteam des Technischen Hilfswerks nach Chile aufbrechen. Bislang gebe es keine Hinweise, dass Deutsche zu Schaden gekommen sind.

otr/AFP/AP/Reuters/dpa

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insgesamt 197 Beiträge zum Forum...
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04.03.2010 von perpendicle:

wenn man nicht will dann findet man auch nichts. Ich wurde schon 1969 aus der 8 Klasse aus dem "Gymnasium "entfernt", weil, ich immer alles sachliche wie auch politische hinterfragte. Das will man hierzulande [...] mehr...

04.03.2010 von perpendicle:

wenn man nicht will dann findet man auch nichts. Ich wurde schon 1969 aus der 8 Klasse aus dem "Gymnasium "entfernt", weil, ich immer alles sachliche wie auch politische hinterfragte. Das will man hierzulande [...] mehr...

04.03.2010 von perpendicle:

klar dass der Ballon groß genug sein muss...Fällt bei Pamela vor lauter Silikon eh nicht so auf. Was schleppen die Leute sonst alles an unnötigem Ballast zum Strand? Schlepptops, Handies, mp3 Player I phones... Muss man [...] mehr...

03.03.2010 von tylerdurdenvolland: ...

lassen sie uns also die bei uns ja nachweisliche grössere Intelligenz zum besseren Überlebn der Menschheit einsetzen und überlegen.... Wenn man den Heliumballon nicht so gross macht, dass der Träger völlig aus dem Wasser [...] mehr...

03.03.2010 von tylerdurdenvolland:

Ja, wer von deutschen, universitären Autoritäten anerkannt werden will und ein Diplom mit dem eigenen Namen über dem Schreibtischen hängen sehen will, der muss dieselben Opfer bringen wie die Herren selber früher, und ihre Zeit [...] mehr...

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Erdbebenstärken

Die Richterskala

Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.

Die Auswirkungen

Tsunami

Erdbebenwelle

Als Tsunami wird eine hauptsächlich durch Seebeben ausgelöste Meereswelle bezeichnet, die auch durch küstennahe oder untermeerische Hangrutschungen, durch Vulkanausbrüche, in ganz seltenen Fällen auch durch Meteoriteneinschlag entsteht.

Ausbreitung

Tsunami-Katastrophe 2004

Frühwarnsystem


Die stärksten Erdbeben seit 1900
Ort Datum Stärke
Valdivia, Chile 22.05.1960 9,5
Prince William Sound, Alaska 28.03.1964 9,2
Westlich Sumatra 26.12.2004 9,1
Japan, östlich von Honshu 11.03.2011 9,0
Kamtschatka 04.11.1952 9,0
Vor Maule, Chile 27.02.2010 8,8
Vor der Küste Ecuadors 31.01.1906 8,8
Rat Islands, Alaska 04.02.1965 8,7
Nordsumatra 28.03.2005 8,6
Assam 15.08.1950 8,6
Südsumatra 09.03.1957 8,6
Quelle: USGS National Earthquake Information Center

Die Erbeben mit den meisten Todesopfern
Ort Datum Stärke Tote
Shensi, China 23.1.1556 ca. 8 830.000
Tangshan, China 27.07.1976 7,5 255.000
Aleppo, Syrien 9.8.1138 k.A. 230.000
Sumatra 23.12.2004 9,1 227.898
Haiti 12.01.2010 7 222.521
Damghan, Iran 22.12.856 k.A. 200.000
Ningshia, China 16.12.1920 7,8 200.000
Ardabil, Iran 23.3.893 k.A. 150.000
Kwanto, Japan 01.09.1923 7,9 142.800
Ashkhabad, Turkmenistan 05.10.1948 7,3 110.000
Chihili, China 27.9.1290 k.A. 100.000
Ost-Sichuan, China 12.05.2008 7,9 87.587
Pakistan 08.10.2005 7,6 86.000
Shemaka, Kaukasien 24.07.1904 k.A. 80.000
Täbris, Iran 18.11.1727 k.A. 77.000
Messina, Italien 28.12.1908 7,2 72.000
Chimbote, Peru 31.05.1970 7,9 70.000
Lissabon, Portugal 1.11.1755 8,7 70.000
Sizilien, Italien 11.1.1693 7,5 60.000
Quelle: USGS



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