Concepción - Die Lage in den chilenischen Erdbebengebieten wurde am Montag zunehmend explosiv. Aus Vororten der Stadt Concepción, die von dem verheerenden Beben mit mehr als 700 Toten besonders schwer betroffen wurde, waren Schüsse zu hören. Es sei zu Schießereien zwischen bewaffneten Bürgerwehren, Plünderern und dem Militär gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
Reporter der Agentur AFP berichten unterdessen, dass am Montag (Ortszeit) ein Einkaufszentrum und ein Supermarkt geplündert und angezündet worden sind. Demnach wurde eine Gruppe von Dutzenden Einwohnern zunächst von der Polizei zurückgedrängt, als sie versuchte, sich in dem Supermarkt mit Lebensmitteln zu versorgen. Als die Beamten Tränengas einsetzten, zündeten die Plünderer das Gebäude an. Durch die Flammen stürzte ein Teil des Daches ein, ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Auch ein Zivilist, dessen Kleidung in einem ebenfalls in Brand gesteckten Einkaufszentrum Feuer fing, wurde verletzt.
Auf dem Weg nach Concepción stürzte ein kleines mit Hilfsgütern beladenes Flugzeug ab, es handelt sich um eine Propellermaschine. Dabei kamen nach Angaben der chilenischen Luftwaffe alle sechs Insassen ums Leben. Bei den Passagieren habe es sich um Helfer sowie um Mitarbeiter einer Universität gehandelt, die den Zustand von Studentenwohnheimen überprüfen wollten, teilte die Behörde für Zivilluftfahrt mit.
Bis zum Dienstag soll die Zahl der in den am stärksten betroffenen Regionen Maule und Bío Bío stationierten Soldaten auf insgesamt 7000 steigen.
otr/dpa/AP/AFP
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