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11.03.2010
 

Treberhilfe-Affäre

Berliner Senat schaltet Staatsanwaltschaft ein

Treberhilfe-Chef Ehlert: Lässt derzeit seine Ämter ruhenZur Großansicht
dpa

Treberhilfe-Chef Ehlert: Lässt derzeit seine Ämter ruhen

Er fuhr einen Maserati als Dienstwagen, nun wird Treberhilfe-Chef Harald Ehlert ein überdurchschnittliches Einkommen vorgeworfen: Berlins Sozialsenatorin will daher Staatsanwaltschaft und Steuerverwaltung einschalten - auch die Gemeinnützigkeit der Organisation soll geprüft werden.

Berlin - In der Affäre um die Treberhilfe schlägt der Berliner Senat eine härtere Gangart ein: Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) will die Staatsanwaltschaft und die Steuerverwaltung einschalten, teilte sie am Mittwoch mit. Das Gehalt des Geschäftsführers der gemeinnützigen GmbH Treberhilfe, Harald Ehlert, sei weit überdurchschnittlich. "Das begründet den Verdacht, dass öffentliche Mittel zweckentfremdet werden."

Die beiden im Aufsichtsrat vertretenen Vorstandsmitglieder, Carsten Lobbedey und Christian Jäger, verhinderten Transparenz und die Überprüfung von Ehlerts Geschäftsgebaren, sagte Bluhm. Aufgeflogen war der Skandal, nachdem bekannt wurde, dass Ehlert als Dienstwagen einen Maserati fuhr. Der Luxuswagen war mit zu hohem Tempo in Mecklenburg-Vorpommern geblitzt worden.

Die Senatsverwaltung für Soziales prüfe außerdem in einem zusätzlichen Verfahren, inwieweit das von der Treberhilfe geforderte und an sie gezahlte Geld angemessen sei. Die Steuerverwaltung müsse feststellen, ob die Treberhilfe weiterhin als gemeinnütziger Verein und GmbH gelten könne, sagte die Senatorin.

Rücktrittsforderungen aus dem Aufsichtsrat

Zuvor hatten Teile des Aufsichtsrates Ehlert aufgefordert, sich komplett aus der gemeinnützigen Organisation zurückzuziehen. Durch einen Prüfbericht seien Vorgänge aufgedeckt worden, die ihn schockiert hätten, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Dane, Vorstand des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. "Die Sachverhalte, um die es hier geht, davon hatten die Vorstandsmitglieder des Vereins Kenntnis."

Ehlert sei weder in der Treberhilfe gGmbH noch im Verein mehr tragbar, da das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört sei, betonte Dane. "Mit Herrn Ehlert wird nach meiner persönlichen Einschätzung die Treberhilfe gGmbH auf Dauer von Dienststellen des Landes Berlin keine Aufträge mehr erhalten können", heißt es zudem in einer gemeinsamen Pressemitteilung Danes und der früheren Berliner Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke).

Dane und Knake-Werner befürchten, dass es Kräfte um Ehlert gibt, die die Abberufung des Aufsichtsrates und des neuen Geschäftsführers der gGmbH betreiben, um die in Auftrag gegebene Prüfung in der bisherigen Form zu verhindern. Der Aufsichtsrat sei zur Zeit nicht funktionsfähig, da er sich selbst blockiere, so Dane.

Zum konkreten Anlass der Forderung wollte sich Dane nicht äußern, da er ein persönliches Risiko befürchte. "Ich glaube, dass wir irgendwann einen Zeitpunkt haben, wo wir auch relativ gefahrlos den Inhalt dieses Prüfberichts nach außen tragen können", sagte er. Fest stehe, dass es bei den Vorgängen nicht mehr um den Maserati gehe, den Ehlert als Dienstwagen genutzt hatte. Nur so viel wollte Dane verraten: "Es ist mit Sicherheit so, dass es hier Sachverhalte gibt, die die Gemeinnützigkeit des Trägers Treberhilfe gGmbH berühren."

Ehlert lässt seine Ämter in der Treberhilfe derzeit ruhen. Er war Geschäftsführer der gGmbH und saß im Vorstand des Vereins. Ein Posten im Aufsichtsrat, der wegen der Maserati-Affäre im Februar installiert wurde, war ihm versagt worden. Die Treberhilfe hat 280 Mitarbeiter und kümmert sich zum Beispiel um Obdachlose. Sie besteht aus dem Verein und einer gemeinnützigen GmbH. Der Verein ist auf Spenden angewiesen, die gGmbH erhält Steuervergünstigungen und darf investieren, zum Beispiel in Häuser.

wit/dpa

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12.03.2010 von Pisa: Tranmitter, etwa so?

http://www.jungewelt.de/2010/03-11/054.php Vielleicht aber wird H. Ehlert so wütend, dass er hilft, mehr Licht ins Dunkel zu bringen? Seltsam eigentlich, dass die Treberhilfe erst eine Kontrolle zulässt und dann mit einem [...] mehr...

11.03.2010 von Transmitter: Ja, das ist es doch!

Mensch Pisa, das meine ich doch. Das ganze steuer- und subventionsfinanzierte staatliche Berlin ist - bis in alle Verästelungen hinein - ein einziger verkommener, korrupter Sumpf. Von der kleinsten Kita bis zum Senat selbst ist [...] mehr...

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11.03.2010 von Cedric Noles: Charitiy-Profiteure aller Partei vereinigt euch

Ja, aber ich würde noch einen Schritt weitergehen. Die Treberhilfe ist nur die Spitze eines Eisbergs an Vorteilnahme, Vetternwirtschaft, Korruption die in der Sozialwirtschaft längst flächendeckend üblich ist. Unter dem [...] mehr...

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