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24.03.2010
 

Oslo

Zug reißt bei Geisterfahrt mehrere Menschen in den Tod

Foto: REUTERS

Großeinsatz in Norwegens Hauptstadt: Bei einer Geisterfahrt quer durch Oslo haben mehrere Güterwaggons ohne Lokomotive einen Hangar zum Einsturz gebracht und sind anschließend im Hafen in den Fjord gestürzt. Mehrere Menschen wurden getötet.

Oslo - Mit hoher Geschwindigkeit raste der führerlose Güterzug quer durch die Stadt. Vor einem Lager- und Bürogebäude in Oslos Industriehafen entgleiste er und brachte das Haus zum Einsturz.

Einige Zugteile lösten sich und trieben in den Fjord der norwegischen Hauptstadt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie mindestens zwei Waggons neben dem Pier im Wasser lagen. Nach Polizeiangaben war der Zug leer. Es soll sich um bis zu 16 Waggons gehandelt haben.

Drei Menschen wurden getötet, drei weitere schwer verletzt. Die Opfer hätten in dem Gebäude oder in der Nähe gearbeitet, hieß es. Noch mehrere Stunden nach dem Unglück suchten Rettungsmannschaften im Wasser und an Land nach möglichen weiteren Opfern. Dabei waren ein Dutzend Krankenwagen, mehrere Hubschrauber, Boote sowie Taucher im Einsatz.


Augenzeugen berichteten, wie sie die Waggons ohne Lokomotive mit "unglaublicher Geschwindigkeit" auf die Halbinsel Sjursøya am südlichen Ende von Oslo zurasen sahen. Zudem wurden mehrere abgestellte Schwerlaster mit in den Fjord gerissen. "Man fühlt sich wie in einem Kriegsgebiet hier", sagte ein Mitglied der Rettungsmannschaften.

Wie die Bahnbehörde mitteilte, hatten sich die Waggons im acht Kilometer entfernten Güterbahnhof Alnabru von einem Zug mit Lokomotive gelöst. Sie rollten zunächst völlig unkontrolliert Richtung Hauptbahnhof und wurden dann in südwestliche Richtung zum Fjord abgeleitet. Über die Ursache für das Abkoppeln der Güterwagen sagte ein Sprecher des zuständigen Unternehmens Cargonet: "Wir müssen uns erst mal einen Überblick verschaffen."

jpf/dpa/apn/AFP

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