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29.03.2010
 

Russland

Dutzende Tote bei Anschlägen in Moskauer U-Bahn

Bei Explosionen in zwei Moskauer Metro-Stationen sind mehr als 30 Menschen getötet worden, viele weitere wurden verletzt. Laut Polizeiangaben sprengten sich zwei Selbstmordattentäterinnen in die Luft. Über einem der beiden Metro-Bahnhöfe liegt das Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB.

Moskau - Zwei schwere Explosionen haben am Montagmorgen die Moskauer Innenstadt erschüttert. Mindestens 38 Menschen kamen dabei laut Angaben russischer Nachrichtenagenturen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Die Detonationen ereigneten sich während der Rushhour, meist drängen sich zu dieser Zeit mehr als hundert Menschen im Moskauer Berufsverkehr in einem Metro-Waggon.

Die Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums, Irina Andrianowa, sagte laut der Nachrichtenagentur Itar-Tass, die erste Explosion habe sich in der U-Bahn-Station Lubjanka im Stadtzentrum ereignet. Über dem Bahnhof liegt das Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB.

Der Nachrichtenagentur "Ria Nowosti" zufolge explodierte an der Haltestelle Lubjanka um 7.50 Uhr im zweiten Waggon eines Zuges ein Sprengsatz. Mindestens 26 Menschen kamen dabei ums Leben, mindestens elf wurden zum Teil schwer verletzt. Notärzte und Rettungskräfte sind vor Ort, doch behindert der starke Berufsverkehr deren Arbeit. Die Metro-Station Lubjanka ist nach der Explosion gesperrt, der Zugverkehr auf der roten Linie wurde zunächst ausgesetzt.

Laut Staatsanwalt Juri Semin entsprach die Sprengkraft der Bombe etwa drei Kilogramm TNT. "Es ist möglich, dass der Sprengsatz sich am Körper eines Passanten befand", mutmaßte er laut der Online-Zeitung "gazeta.ru".


Eine zweite Explosion ereignete sich um 8.39 Uhr an der Metrostation Park Kultury. Dort soll es mindestens ein Dutzend weitere Todesopfer gegeben haben. Laut Staatsanwalt Juri Semin explodierte der Sprengsatz auch hier im zweiten Waggon, folgte der Anschlag demselben Schema wie an der Station Lubjanka.

Die russische Regierung geht ersten Berichten zufolge in beiden Fällen von Selbstmordanschlägen aus. Der Moskauer Bürgermeister sagte, zwei Attentäterinnen hätten sich in die Luft gesprengt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, es seien Ermittlungen gemäß des Terrorismusparagrafen 205 des russischen Strafgesetzbuchs eingeleitet worden.

Erst Ende November waren bei einem Anschlag auf einen Schnellzug im Nordwesten Russlands 26 Menschen getötet worden. Zu der Tat hatte sich eine islamistische Rebellengruppe bekannt.

Hauptstadt im Visier der Islamisten

Moskau war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von Anschlägen, zu denen sich tschetschenische Extremisten bekannten. Bei einem Anschlag auf die U-Bahn der russischen Hauptstadt waren im Februar 2004 mehr als 40 Menschen getötet und etwa 250 verletzt worden. In der Nähe der Station Avtozavodskaja brach damals nach einer Explosion Feuer im Waggon aus. Ein Untergrundkämpfer aus der Unruheregion im Nordkaukasus soll der Täter gewesen sein.

Nur wenige Monate später, im August 2004, kam es auf der Station Rischskaja zu einem weiteren Terroranschlag. Eine Selbstmordattentäterin hatte sich in die Luft gesprengt - mit ihr starben neun Menschen, 50 weitere erlitten schwere Verletzungen. Weitere Anschläge in Moskauer U-Bahn-Höfen hatte es in den Jahren 2001, 1998 und 1996 gegeben.

anr/ala/Reuters/dpa/apn

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insgesamt 23 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.03.2010 von rba: ...

Ja und wie würden Sie die Menschen die solche Terrorakte begehen bezeichnen? Sind die Mörder von Beslan nicht Banditen oder der Mörder der 2004 in der Station Rischkaja Menschen ermordete kein Krimineller? Ja was denn dann? [...] mehr...

29.03.2010 von semir: Ist was anderes

Russland führt seit sehr langer Zeit Krieg gegen - wie es in Moskau immer wieder gesagt wird - "Kriminelle und Banditen" im Kaukasus.Hat aber noch nie in seiner Geschichte die brutale Vorgehensweise gegen die Kaukasier [...] mehr...

29.03.2010 von satiriker: die Opfer leiden ein Leben lang

Die Opfer sind nicht nur die bei den Anschlägen ermordeten sondern auch die vielen Verletzten, von denen viele lebenslängliche Behinderungen und Beeinträchtigungen davontragen werden. Von den Traumatisierten ganz zu schweigen... [...] mehr...

29.03.2010 von satiriker: und was soll kommen.....?

Der Kushi-Text läßt darauf schließen, das jemand einen "stärkeren" Mann als Putin wünscht. Wer nach einem noch stärkeren Staat ruft wird nicht die Sicherheit erhöhen sondern die Bürgerrechte weiter beschneiden helfen. [...] mehr...

29.03.2010 von rba: ...

Nichts, überhaupt nichts rechtfertigt diese feigen Morde auf wehrlose Menschen in der U-Bahn!!! Also kommen Sie jetzt nicht mit Stille in Foren bei dieser oder jener Frage hier im Forum. Auch hahnebüchene Vergleiche mit Zar [...] mehr...

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