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09.04.2010
 

Auschwitz-Schriftzug

Tatverdächtigter ist an Polen ausgeliefert worden

Auschwitz: Ermittlungen zu gestohlenem Schriftzug
Fotos
dpa

Der mutmaßliche Drahtzieher des Diebstahls des Auschwitz-Schriftzug "Arbeit macht frei" ist an Polen ausgeliefert worden. Der Schwede soll den Auftrag gegeben haben, das Schild vom Eingangstor des früheren NS-Lagers zu stehlen. Er wurde zunächst für zwei Wochen in U-Haft genommen.

Warschau - Knapp vier Monate nach dem Diebstahl des Schriftzuges "Arbeit macht frei" aus der NS-Gedenkstätte Auschwitz ist der als Drahtzieher verdächtigte Schwede Anders Högström an Polen ausgeliefert worden. Der Tatverdächtige sei für zunächst zwei Wochen in U-Haft genommen worden, teilte ein Polizeisprecher am Freitag in Krakau mit. Für diesen Montag ist eine erste Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft vorgesehen. Der Schwede war auf Antrag polnischer Justizbehörden am 11. Februar in Stockholm festgenommen worden. Sein Anwalt bestritt die Verwicklung seines Mandanten in den Einbruch.

Der Täter habe Millionen Auschwitz-Opfer getroffen, sagte Polens Justizminister Krzysztof Kwiatkowski. Im Falle einer Verurteilung soll der Schwede die Haftstrafe in einem schwedischen Gefängnis absitzen.

Das Schild mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei" war in der Nacht zum 18. Dezember vom Eingangstor des früheren NS-Lagers gestohlen und nach wenigen Tagen beschädigt wiedergefunden worden. Der Diebstahl rief weltweit Empörung hervor. Die Diebe hatten den Schriftzug in drei Teile zersägt und in einem Wald vergraben. Zwei der fünf kurz danach festgenommenen polnischen Männer gaben den 35-jährigen Schweden als Auftraggeber an. Drei Diebe wurden inzwischen zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren verurteilt.

Die deutschen Nationalsozialisten hatten 1940 das KZ Auschwitz und zwei Jahre später das Vernichtungslager Birkenau im besetzten Polen errichtet. Dort wurden bis zum Kriegsende mehr als 1,1 Million Menschen umgebracht. Die meisten Opfer waren Juden.

luk/dpa/Reuters/AFP

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