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14.04.2010
 

Hunderte Todesopfer in China

Helfer kämpfen sich in Erdbebenzone vor

Katastrophe in China: Beben im Morgengrauen
Fotos
AFP

Das Gelände ist unwegsam, die Region abgelegen: Nach dem schweren Erdbeben im Nordwesten Chinas mit Hunderten Toten versuchen Rettungsteams, in das Katastrophengebiet vorzudringen. Bislang sind die Betroffenen weitgehend auf sich gestellt.

Peking - Das Verwaltungsministerium in Peking kündigte an, 5000 Zelte sowie jeweils 50.000 Decken und Mäntel in die mehr als 4000 Meter hoch gelegene Erdbebenregion auf dem tibetischen Plateau zu schicken. Rettungsteams und medizinisches Personal wurden aus benachbarten Provinzen entsandt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete.

Die Erdstöße der Stärke 7,1 hatten die Menschen in der Präfektur Yushu am frühen Mittwochmorgen überrascht. Etwa 8000 Betroffene wurden verletzt, bis zu 400 starben. Die Häuser in Jiegu, dem Verwaltungssitz der 250.000 Einwohner zählenden Präfektur, wurden weitgehend zerstört.

"Unsere Gemeinde ist fast dem Erdboden gleichgemacht worden", sagte der Funktionär Zha Xi von der Katastrophenzentrale der Präfektur. Hilfe von außerhalb sei noch nicht eingetroffen. Erdrutsche versperrten die Straße zum Flughafen. "Gegenwärtig sind wir bei den Rettungsarbeiten auf uns allein gestellt."

"Hilfsgüter hierher bekommen"

"Unsere Hauptaufgabe ist, verschüttete Menschen aus den Trümmern zu graben", so Zha Xi. "Wir bemühen uns, den Weg von der Gemeinde zum Flughafen freizubekommen, weil es die einzige Möglichkeit ist, um Hilfsgüter hierher zu bekommen."

Es gebe vor Ort auch nur einige hundert Soldaten. "Ihre Zahl ist begrenzt. Sie sind alle schon an vorderster Front der Bergungsarbeiten." Im staatlichen Fernsehen war zu sehen, wie Militärpolizisten mit einfachen Schaufeln die Trümmer zu beseitigen versuchten. Bagger seien nicht verfügbar, sagte Militärsprecher Shi Huajie dem staatlichen Fernsehsender CCTV. "Viele Menschen sind verschüttet, und unsere Soldaten versuchen, sie allein mit Muskelkraft zu befreien", berichtete Shi.

Ein Staudamm habe bedrohliche Risse gehabt, doch sei die Situation entschärft worden. "Das Wasser wurde komplett abgelassen, so dass jetzt keine Gefahr mehr besteht", sagte Xi.

"Überall auf den Straßen sind Verletzte", beschrieb ein Behördenvertreter von Jiegu die Lage nach dem Beben. Ein vierstöckiges Gebäude der Provinzregierung sei zusammengestürzt, eine Berufsschule zerstört worden. Zahlreiche Schüler seien unter den Trümmern begraben.

Verheerendes Erdbeben

Das Unglück ereignete sich um 7.49 Uhr Ortszeit im Bezirk Yushu. Dort leben rund 80.000 Menschen, mehrheitlich ethnische Mongolen und Tibeter. Die Region wird hauptsächlich von Kohle- , Blei- und Kupferminen sowie der Viehwirtschaft bestimmt.

An Qinghai grenzt die Provinz Sichuan, wo im Mai 2008 bei einem verheerenden Erdbeben knapp 87.000 Menschen getötet oder vermisst gemeldet wurden. Rund 375.000 Menschen wurden damals verletzt und Millionen obdachlos.

jdl/dpa/AFP

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Google-Karte: Yushu in der Provinz Qinghai

Die schwersten Erdbeben

Die stärksten Beben seit 1900

1960 Chile, Valdivia , Stärke 9,5
1964 Großes Alaska-Beben , Stärke 9,2
2004 Seebeben vor Sumatra , Stärke 9,1
1952 Kamtschatka, Stärke 9,0
2010 vor Maule, Chile , Stärke 8,8
1906 vor Ecuador, Stärke 8,8

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