Von Andreas Lorenz, Peking
Die Zahl der Todesopfer steigt schnell, die staatliche Nachrichtenagentur spricht nun von bis zu 400. Das Katastrophengebiet, das am frühen Morgen von einem Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert wurde, liegt im "Wilden Westen" Chinas, einem unzugänglichen Gebiet mit schlechten Straßen, die schon normalerweise von Erdrutschen bedroht sind. Fast alle Einwohner sind Tibeter, die meisten von ihnen Bauern und Nomaden.
Rettungsmannschaften dürften es schwer haben, zu den Opfern vorzudringen. Die Straße zwischen Flughafen und Ortschaft soll verschüttet sein. Auf dem Flughafen der Provinzhauptstadt Xining wurde ein Airbus A319 der Fluggesellschaft China Eastern startklar gemacht. In der Abflughalle sammelten sich Retter. Drei Transportmaschinen der Luftwaffe mit Helfern, Decken, Zelten und Mänteln sollen ebenfalls nach Yushu fliegen.
Das tibetische Kloster in Jiegu wurde komplett zerstört, wie die buddhistische Organisation "Phönix-Netz" meldete. Zwei Mönche seien ums Leben gekommen, fünf schwer verletzt worden. Die Region ist in den Augen Pekings politisch heikel. Die Klöster gelten als Unruheherde, die Mehrheit der Tibeter verehrt den Dalai Lama, der von der Kommunistischen Partei (KP) als "Separatist" und "Verräter" diffamiert wird.
Der Dalai Lama selbst wurde in der Provinz Qinghai geboren. Deswegen dürfte Peking nicht nur aus humanitären, sondern auch aus politischen Gründen an schnellen und effektiv verlaufenden Rettungsarbeiten interessiert sein, um die Fürsorge der KP für die örtliche Bevölkerung zu demonstrieren.
"Dem Erdboden gleichgemacht"
Der TV-Journalist Nima berichtete in einem Telefon-Interview mit dem Online-Dienst der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, sein Haus sei zerstört worden. Da die meisten Gebäude aus Holz gewesen seien, fielen sie in "einem Augenblick" ein, sagte er. Nun stünden die Menschen vor den Trümmern und suchten ihre Verwandten. Eine Pagode in einem Park sei ebenfalls zerstört worden, die Schule allerdings nicht zusammengebrochen.
Das Verwaltungsministerium in Peking kündigte an, 5000 Zelte sowie jeweils 50.000 Decken und Mäntel in die mehr als 4000 Meter hoch gelegene Erdbebenregion auf dem tibetischen Plateau zu schicken. Rettungsteams und medizinisches Personal wurden aus benachbarten Provinzen entsandt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete.
Die Erdstöße hatten die Menschen in der Präfektur Yushu am frühen Mittwochmorgen überrascht. Etwa 8000 Betroffene wurden verletzt. Die Häuser in Jiegu, dem Verwaltungssitz der 250.000 Einwohner zählenden Präfektur, wurden weitgehend zerstört.
"Unsere Gemeinde ist fast dem Erdboden gleichgemacht worden", sagte der Funktionär Zha Xi von der Katastrophenzentrale der Präfektur. Hilfe von außerhalb sei noch nicht eingetroffen. Erdrutsche versperrten die Straße zum Flughafen. "Gegenwärtig sind wir bei den Rettungsarbeiten auf uns allein gestellt."
"Hilfsgüter hierherbekommen"
"Unsere Hauptaufgabe ist, verschüttete Menschen aus den Trümmern zu graben", so Zha Xi. "Wir bemühen uns, den Weg von der Gemeinde zum Flughafen freizubekommen, weil es die einzige Möglichkeit ist, um Hilfsgüter hierherzubekommen."
Es gebe vor Ort auch nur einige hundert Soldaten. "Ihre Zahl ist begrenzt. Sie sind alle schon an vorderster Front der Bergungsarbeiten." Im staatlichen Fernsehen war zu sehen, wie Militärpolizisten mit einfachen Schaufeln die Trümmer zu beseitigen versuchten. Bagger seien nicht verfügbar, sagte Militärsprecher Shi Huajie dem Fernsehsender CCTV. "Viele Menschen sind verschüttet, und unsere Soldaten versuchen, sie allein mit Muskelkraft zu befreien", berichtete Shi.
An Qinghai grenzt die Provinz Sichuan, wo im Mai 2008 bei einem verheerenden Erdbeben knapp 87.000 Menschen getötet oder vermisst gemeldet wurden. Rund 375.000 Menschen wurden damals verletzt und Millionen obdachlos.
Mit AFP/dpa
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das der Spiegel es nicht auf die Reihe kriegt, sachlich und mitfuehlend ueber ein Erdbeben zu berichten, bei dem vermutlich einige Tausend Menschen ums Leben gekommen sind (hoffentlich nicht noch mehr). Stattdessen [...] mehr...
Wie üblich und zu erwarten setzt H. Lorenz mit seiner Haltung zu China wieder einmal ein unrühmliches Ausrufezeichen. Es geht um eine Katastrophe und nicht um Politik. Wie negativ und sarkastisch kann man nur eingestellt sein. [...] mehr...
Irgendwie scheint Herr Lorenz mal von einem Pekinger Taxifahrer übers Ohr gehauen worden zu sein. Anders kann ich mir seinen gähnend tendenziösen Artikel nicht erklären. Der tibetanische Grinskater darf da natürlich nicht fehlen. mehr...
Ich glaube nicht, dass eine Änderung der Überschrift durch SPON etwas ändert. mehr...
und ? Die Luftwaffe hat über Rheinmetall 3 Drohnen des Typs Heron 1 vom Hersteller Israel Aerospace Industries für 110 Millionen Euro geleast. So was ist teuer, wir haben doch eh nix gehabt früher... Was glaubens was die [...] mehr...
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