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28.04.2010
 

Golf von Mexiko

Küstenwache will gigantischen Ölteppich abfackeln

Golf von Mexiko: "Es wäre der Tod für den Tourismus"
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AP

Die USA bangen um ihre Golfküste. Der riesige Ölteppich, der nach Explosion und Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" Richtung Land treibt, bedroht das Ökosystem im Mississippi-Delta. Die Küstenwache erwägt, ihn abzufackeln - die Folgen sind ungewiss.

Washington - Bis zu 160 Kilometer breit. Rund 70 Kilometer lang. Es ist ein gigantischer Ölteppich, der sich da auf die US-Golfküste zu bewegt - bis auf 30 Kilometer ist er schon an das ökologisch wertvolle Mississippi-Flussdelta herangekommen.

Mit einem kontrollierten Brand könnte das verschmutzte Wasser von dem Gebiet ferngehalten werden - das überlegt jetzt die Küstenwache.

Zudem sind alle Versuche, die zwei Lecks am Förderrohr der gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" in etwa 1500 Metern Tiefe zu schließen, bisher fehlgeschlagen.

Befragt nach den Folgen für die Umwelt im Vergleich zum Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989 sagte die Sprecherin der Küstenwache, Mary Landry: "Wenn wir die Quelle nicht sichern, könnte dies zu einer der schlimmsten Ölverschmutzungen in der US-Geschichte werden."

Damals hatten rund 50.000 Tonnen Öl die Küste im Süden Alaskas auf einer Länge von fast 2000 Kilometern verseucht. Es war die bislang schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" hatte sich am vergangenen Dienstag eine schwere Explosion ereignet. Zwei Tage später sank die Plattform. Elf Arbeiter gelten weiter als verschollen. Hoffnung, sie noch lebend zu finden, besteht praktisch nicht mehr.

Nach wie vor sprudeln im Golf von Mexiko täglich rund 140 Tonnen Rohöl ins Meer. Experten des Ölkonzerns BP versuchen weiterhin, die zwei Lecks mit Mini-Robotern abzudichten. Das Öl treibt weiterhin auf die Küste zu.

"Etwas Schlimmeres könnte der Golfküste von Mississippi nicht passieren", sagt Louis Skrmetta aus Biloxi, dessen Ausflugsschiffe Touristen zu den vorgelagerten Inseln mit ihrer idyllischen Landschaft schippern. "Das würde die Austernzucht plattmachen. Der Shrimpsfang würde sich auf Jahre hinaus nicht erholen. Es wäre der Tod für den Familientourismus. Davon leben wir!"

"Wir machen uns alle Sorgen", sagt auch Sal Pinzone, der in Pensacola in Florida ein Anglerpier betreut. "Wenn der Ölteppich die Strände am Golf erreicht, dann macht alles dicht."

Vor der Küste Neufundlands war in einer ähnlichen Situation 1993 ausgetretenes Öl angezündet worden. Es kommt dabei jedoch nicht nur zu einer erheblichen Rauchentwicklung, die ebenfalls die Umwelt belastet - es ist auch nicht klar, welche Folgen das Verbrennen für das Ökosystem Ozean hat.

Der Umweltwissenschaftler Ed Overton von der Louisiana State University zweifelt daran, ob eine Verbrennungsaktion jetzt wirklich funktioniert. "In ruhigem Gewässer, bei wenig Wind, in einem geschützten Gebiet kann das klappen", meinte er. "Mitten auf dem Ozean, mit Wellenbewegungen und Strömungen, ist das nicht leicht." Zudem sei das Öl von klebrig-teeriger Beschaffenheit und liege tief im Wasser. "Ich bin nicht übermäßig optimistisch", sagte Overton "aber man muss es versuchen."

Der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) zufolge können Seevögel und Meeressäuger einem Brand auf dem Meer eher entkommen als einem Ölteppich. Vögel verlören möglicherweise im Rauch die Orientierung, wären aber durch Kontakt mit dem Ölfilm stärker gefährdet.

Der Meereskundler Chuck Wilson von der Universität Louisiana gab für die Verbraucher zunächst Entwarnung: "Ihre Nahrungsmittel sind sicher", erklärte er dem Sender CNN. Meeresbewohner würden instinktiv verschmutzte Gewässer meiden, erklärte ein Verbraucherschützer.

Die letzte größere Ölpest im Golf entstand im Juni 1979, als die Bohrinsel "Ixtoc I" vor Mexiko explodierte und 530 Millionen Liter Öl ins Meer flossen. Erst im März 1980 konnte das Leck wieder verschlossen werden; eine Menge Öl verschmutzte Gewässer und Strände der USA. "Schlimmstenfalls könnte auch das hier Monate dauern", schätzte der Wissenschaftler Richard Haut, der lange für den Ölkonzern Exxon auf einer Bohrinsel in der Nordsee gearbeitet hat.

pad/AFP/dpa/AP

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28.04.2010 von dxb: Sollen sie doch Öl saufen

In Anlehnung an Marie Antoinette: Wenn die Amis kein sauberes Wasser mehr haben, sollen sie doch Öl saufen. Man muss ja schon froh sein, wenn für Öl nur ein paar tausend Kilometer Küstenbiotope verseucht werden und nicht [...] mehr...

28.04.2010 von raka: .

Klar, dass das furchtbar ist. Aber besser vor der eigenen Haustür der USA als in einem fernen Biotop wie der Arktis. Das Umweltbewusstsein der USA ist nicht besonders hoch entwickelt. Diese Ökokatastrophe wird sehr lehrreich [...] mehr...

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