Warschau - Feuerwehrleute und Soldaten, die bis zuletzt das Wasser zu stoppen versucht hatten, wurden abgezogen. Sie schwebten in Lebensgefahr, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP meldete. Nach Angaben des Bürgermeisters von Sandomierz, Jerzy Borowski, sind nach dem Deichbruch weite Teile der Stadt überflutet. Nun seien auch eine Wohnsiedlung sowie eine Glashütte bedroht, die der größte Arbeitgeber in der Region sei, hieß es.
Die städtischen Behörden riefen rund 3500 Einwohner auf, das besonders gefährdete Gebiet zu verlassen. Die meisten Menschen wollten jedoch in ihren Häusern bleiben. Sandomierz liegt rund 200 Kilometer südlich von Warschau. Die historische Altstadt liegt auf einer Anhöhe am linken Ufer der Weichsel und ist nicht gefährdet.
Am Morgen reiste Regierungschef Donald Tusk nach Sandomierz. "Die Situation hat sich verschärft", sagte der Politiker. Er sprach sich erneut gegen eine Ausrufung des Notstandes, weil dies "nichts bringen" würde.
Die Flut hatte bereits vor zwei Wochen einen Damm in Sandomierz durchbrochen. Seitdem stehen Stadtteile am rechten Ufer unter Wasser. Die Weichsel überflutete auch Teile von Tarnobrzeg rund 15 Kilometer südlich von Sandomierz. Dort sollten 4000 Menschen ihre Häuser räumen. Auch sie weigerten sich.
jdl/dpa
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