Hamburg - Auf Paul ist Verlass. Der Achtarmer aus dem Oberhausener Sealife-Aquarium hat sich bisher nicht geirrt - und sich damit jede Menge Feinde gemacht: "Der bescheuerte Krake lag richtig. Calamares für alle!", krakeelte es nach der Niederlage gegen Spanien im Internet. Über Twitter hagelte es jede Menge Morddrohungen - vor allem in Form von Rezepten für die Pfanne oder den Grill.
Ausgerechnet Spaniens Regierungschef entwickelte neben Siegesfreude Mitleid für den deutschen Oktopus. "Ich mache mir Sorgen um ihn", sagte José Luis Rodriguez Zapatero. Miguel Sebastián, spanischer Industrieminister, schlug sogar vor, das Tier vom Ruhrgebiet auf die Iberische Halbinsel zu bringen - aus Sicherheitsgründen. Umweltministerin Elena Espinosa sprach Klartext: "Damit die Deutschen ihn nicht aufessen."
Ein Gedanke, den viele Deutschland-Fans nach der Niederlage gegen Spanien durchaus hatten. Zuvor aber sollte Paul in einem urdeutschen, dunklen, muffeligen, fettverschmierten Imbiss an irgendeiner Oberhausener Ecke in Mayo und Jägersoße ertränkt und in besonders schmierig-altem Pommes-Öl frittiert werden, fanden manche.
Entsprechend bibberten die Fans Pauls nächster Prophezeiung entgegen: Am Freitag wurden dem Oktopus erneut zwei Plexiglas-Boxen mit Miesmuscheln vorgesetzt. Eine Box beklebt mit der deutschen Flagge, eine mit der des Gegners Uruguay. Paul hat immer zuerst aus der Box mit der Fahne des späteren Siegers gefressen - dieses Mal entschied er sich nach längerem Zaudern für Deutschland. Die deutschen Nachrichtensender n-tv und N24 übertrugen die Prognose, wie schon beim vorangegangenen Mal, live. Weltweit ist Paul inzwischen ein Medienphänomen, das russische Radio und die "New York Times" berichteten über das Orakel von Oberhausen.
Senior-Oktopus muss Nachfolger anlernen
Zur diesjährigen WM übertrafen sich im übrigen die Orakel: In Singapur posaunte ein Papagei Prognosen heraus und prophezeite, dass die Niederlande den Pokal holen werden. Der WDR-Radiosender 1Live befragt seit Beginn der WM Hamster Hansi, der auch den Finaleinzug der Niederlande korrekt voraussagte. Doch der orakelnde Vierbeiner irrte, als er sich zwischen zwei Apfelstückchen mit deutscher und spanischer Flagge entscheiden musste.
Anders "Pavel", eine Krakauer, die vom Himmel fiel und die Wahl zwischen einer Deutschland- und einer Spanien-Tasse hatte: Zielsicher segelte sie laut wurstblog.de in den Kaffee der Spanier.
Pauls Einsatz am Freitag war übrigens sein letzter: Er soll einen Nachfolger anlernen, sagt der Sealife-Chef. Der mittlerweile zweieinhalbjährige Paul werde aufgrund seines Alters die EM 2012 nicht mehr tippen können. "Oktopoden werden in der Regel zwei Jahre alt, bei idealen Haltungsbedingungen können sie maximal drei Jahre alt werden", erklärte der Sealife-Geschäftsführer. "Wir schauen gerade, ob er jemanden anlernen kann."
jjc
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In der Wahl zwischen zwei Fahnen zieht Paul erst die Fahne vor, die in der Mitte ein Abzeichen in Rot zeigt, und dann die Fahne mit einem waagerechten Streifen in gelb und einem in rot. Noch einfacher kann man sagen, dass er die [...] mehr...
Wie war das eigentlich mit der Vorrunde? Hatte Paul einen dritten Behälter für ein Unentschieden bekommen oder hatte er einfach keinen Hunger? Die richtige Wahrsagung ist in diesem Bereich, vorausgesetzt es gab einen dritten [...] mehr...
Lena hat doch auch im Norden gewonnen, kein Problem. mehr...
....Südafrikanos freuen sich sicher auch, wenn nur 20 Jahre nach ende der Apartheid ihre ehemaligen Kolonialherren in ihrem land die WM gewinnen, nachdem sie selbst bereits in der vorrunde ausgeschieden sind! ah, bittersüße [...] mehr...
Klar, DANN funktioniert das einwandfrei. mehr...
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