Neu Delhi - Die meisten Opfer seien in den bitterarmen Dörfern des nördlichen Staates Jharkhand zu beklagen, teilte der Vorsitzende der Gruppe RLEK (Rural Litigation and Entitlement Kendra), Avdhash Kaushal, am Montag mit. Aber auch in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Haryana und Orissa gebe es Lynchjustiz gegen angebliche Hexen.
"Bei unserer Rechtsberatungs-Kampagne in den von Stämmen geprägten Dörfern stießen wir auf diese Vorfälle, bei denen Frauen Hexen genannt und dann getötet wurden", berichtete Kaushal.
Bei den Opfern handele es sich oftmals um unverheiratete oder verwitwete Frauen, die wegen ihres Geldes oder ihres Grundbesitzes angegriffen würden. Sie würden in der Öffentlichkeit gezwungen, Urin zu trinken oder Exkremente zu essen, dann müssten sie nackt durch das Dorf laufen.
Rund 200 Frauen würden jährlich getötet, deutlich höher sei die Zahl derer, die sich nach diesen Misshandlungen aus Scham das Leben nähmen, berichtet die Gruppe, die Dorfbewohner bei Gerichtsverfahren unterstützt.
Nach Schätzungen der RLEK-Gruppe wurden in den vergangenen 15 Jahren mindestens 2500 Frauen wegen angeblicher Hexerei getötet. "In den Bundesstaaten Jharkhand, Bihar und Chattisgarh wurde ein Gesetz gegen die Ermordung wegen Hexerei verabschiedet, aber es wird selten angewendet und die Höchststrafe für so eine barbarische Tat ist drei Monate."
wit/AFP
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