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30.07.2010
 

Gluthitze

Wälder um Moskau stehen in Flammen

Russland: Werchnjaja Wereja gibt es nicht mehr
Fotos
REUTERS

Noch nie war es seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor 160 Jahren so heiß in Moskau: 38,2 Grad wurden in der größten Stadt Europas gemessen, in der Umgebung stehen Torfmoore und Wälder in Flammen - mehrere Menschen kamen bei Bränden bereits ums Leben.

Moskau - Den europäischen Teil Russlands plagt seit Anfang Juli eine beispiellose Hitzewelle. In Moskau war es am Donnerstag mit 38,2 Grad Celsius so heiß wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 160 Jahren, dichter Smog hüllt die Stadt ein.

Durch die extrem hohen Temperaturen stehen in der Umgebung der Hauptstadt zahlreiche Wälder und Torfmoore in Flammen. Die zulässigen Grenzwerte für die Luftverschmutzung wurden durch die Feuer um das Zehnfache überschritten. Auch ein Großteil der russischen Weizenernte ist bereits vertrocknet. Südlich der Hauptstadt wurden Spitzentemperaturen von über 40 Grad gemessen, nahe der Grenze zur Ukraine in der Region am Don 41,6 Grad.

Bei verheerenden Waldbränden durch die seit Wochen anhaltende Gluthitze sind im Land mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, ganze Dörfer mit den traditionellen Holzhäusern brannten nieder.

Am Donnerstag erreichten Walbrände auch die westlichen Ausläufer der Hauptstadt Moskau, sie konnten aber bis zum Einbruch der Nacht gelöscht werden.

Präsident Dmitrij Medwedew rief am Freitag die Armee im Kampf um die Flammen zur Hilfe. Ministerpräsident Wladimir Putin versprach bei seinem Besuch in einem der verwüsteten Dörfer finanzielle und schnelle Hilfe beim Wiederaufbau.

In einem einzigen Dorf der Moskauer Region wurden am Freitag sechs Leichen entdeckt, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. Drei weitere Menschen starben in der Region Rijasan. In der Region Woronesch, rund 500 Kilometer südwestlich von Moskau, sowie in der Region von Nischni-Nowgorod östlich der russischen Hauptstadt starben mindestens sieben Menschen. Hunderte Häuser wurden dort ein Raub der Flammen. Zwei Feuerwehrleute wurden im Einsatz getötet.

Ministerpräsident Wladimir Putin sagte am Freitag seine Termine in Moskau ab und flog in die Katastrophenregion Nischni Nowgorod rund 500 Kilometer südlich der Hauptstadt, um sich ein Bild zu machen und das weitere Vorgehen mit den örtlichen Behörden abzustimmen.

Gemeinsam mit Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu besuchte Putin Werchnjaja Wereja, eines der am schwersten betroffenen Dörfer von Nischni-Nowgorod. Dort hatte das Feuer am Vortag innerhalb von 20 Minuten alle 341 Häuser zerstört; mehr als 500 Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut.

Präsident Medwedew wies die Regierung an, die Maßnahmen zur Brandbekämpfung zu verbessern und Hilfen für den Wiederaufbau bereitzustellen. Gleichzeitig wies er das Verteidigungsministerium an, bei der Brandbekämpfung zu helfen, wie seine Sprecherin mitteilte.

Die Brände haben bereits eine Fläche von der Größe Berlins erfasst und werden durch starken Wind immer neu angefacht. Nach Angaben von Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu sind rund 240.000 Menschen zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Eine Wetteränderung ist für die nächsten Tage nicht in Sicht.

pad/AFP/AP

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