Oslo - Der iranischer Rechtsanwalt Mohammed Mostafai, der in seinem Heimatland unter anderem eine von Steinigung bedrohte Frau vertritt, ist nach Oslo geflohen. Er habe in Norwegen um Asyl gebeten, sagte Mostafai. Er habe bereits ein Visum für ein Jahr erhalten. Norwegens Außenminister Jonas Gahr Stoere sagte: "Ich bin sehr froh, dass der Menschenrechtsanwalt Mohammed Mostafai nun in Norwegen in Sicherheit ist."
Zu den Mandanten des Anwalts gehört die 43-jährige Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani, die zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde, wegen Ehebruchs und zusätzlich wegen Mordes an ihrem Ehemann im Jahr 2006. Ihre Kinder bestreiten, dass sie sich überhaupt einer Straftat schuldig gemacht hat. Es gebe auch keinerlei Beweise.
Der Fall der zweifachen Mutter Mohammadi-Aschtiani hatte in der westlichen Welt für heftige Kritik gesorgt. Der Chef der iranischen Justizbehörden setzte die Steinigung daraufhin Mitte Juli vorerst aus. Dessen ungeachtet wurde gegen ihren Anwalt Ende Juli Haftbefehl erlassen. Mostafai floh daraufhin über die Türkei nach Norwegen, wo er nach eigenen Angaben am Samstagabend ankam.
Zum Tode Verurteilte sterben in Iran in der Regel am Galgen. Die Steinigung ist für sexuelle Vergehen vorgesehen. Zwar hat die iranische Justiz die Gerichte angesichts von internationalen Protesten angewiesen, von Steinigungsurteilen abzusehen. Vor allem in der Provinz halten sich die Richter jedoch nicht immer daran. Bei der Steinigung werden Männer bis zur Hüfte eingegraben, Frauen bis zum Hals und dann so lange mit Steinen beworfen, bis sie tot sind
otr/apn/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Menschenrechte in Iran | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH