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11.08.2010
 

Brandenburg

Aufatmen an der Hochwasserfront

Hochwasser: Brandenburg bangt, Sachsen räumt auf
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dpa

Die Pegel sind landesweit rückläufig: Nach einer ruhigen Nacht konnte die Helfer in weiten Teilen Brandenburgs vorerst aufatmen. An Spree und Neiße sank der Wasserspiegel merklich - der Druck auf die Deiche jedoch dauert an.

Dresden/Potsdam - Vor allem an der Neiße gibt es Entspannung: Die Pegel sanken vielerorts innerhalb von zwölf Stunden um einen halben Meter. "Wenn jetzt nicht mehr von oben große Massen Wasser nachkommen, dürfte das ganze unproblematisch an uns vorbeigehen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Potsdam.

Auch an der Spree scheint die Gefahr weitgehend gebannt. Hier sei die Situation "sehr entspannt", teilte der Sprecher mit. Oberhalb von Spremberg seien Werte der Alarmstufe 1 mit "weiter sinkender Tendenz" gemessen worden. Am weiteren Flussverlauf vor Cottbus stehen die Pegel demnach "weit unter den prognostizierten Werten". Es seien Wasserstände der Alarmstufe 2 erwartet worden, doch sei nirgendwo auch nur ein Wert im Alarmbereich gemessen worden.

Für eine Entwarnung ist es den Experten zufolge jedoch noch zu früh. Auch der Sprecher des Innenministeriums in Potsdam erklärte, dass das Wasser noch immer stark gegen die Deiche drücke.

Noch am Dienstagabend mussten Einsatzkräfte immer wieder Sickerstellen sichern. Trotz fallender Pegelstände gelte im Landkreis Spree-Neiße an beiden Flüssen weiterhin die zweithöchste Alarmstufe 3, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde am Mittwochmorgen. "Die Gefahr ist noch nicht ausgestanden, zudem wird am Freitag Regen erwartet."

Laut Angaben des Innenministeriums sind in Brandenburg rund 700 Helfer im Einsatz. Teilweise habe die Polizei "Hochwassertouristen" vertreiben müssen, weil sie Helfer behinderten.

Millionenschäden in Sachsen

Die Hochwassergefahr für Sachsen ist einstweilen gebannt - jetzt wird dort eine erste Bilanz gezogen. Schon jetzt ist klar, dass die Schäden viele Millionen Euro betragen werden.

Allein im Landkreis Görlitz entstanden nach ersten Schätzungen Schäden von mehr als 50 Millionen Euro an Straßen, Brücken und öffentlichen Gebäuden. Umweltminister Frank Kupfer (CDU) will sich am heutigen Mittwoch an der Mandau im Raum Zittau ein Bild von der Lage und den Aufräumarbeiten machen. Sachsens Regierung hat zwei Darlehensprogramme für Hochwasser-Opfer beschlossen.

In der zuletzt stark gefährdeten Stadt Cottbus war am frühen Mittwochmorgen nicht einmal die niedrigste Alarmstufe 1 erreicht, die einem Wasserstand von mindestens 2,30 Metern entsprechen würde. Der Pegelstand kletterte in mehr als acht Stunden bis 3.30 Uhr um zehn Zentimeter auf 2,11 Meter. Seit Dienstagmorgen läuft kontrolliert Spreewasser aus der flussaufwärts gelegenen Talsperre Spremberg in Richtung Cottbus ab. Das Stauwerk macht es möglich, die Fluten dosiert weiterzuleiten.

Südlich von Guben hielt ein Deich bei Grießen den Wassermassen nicht stand, die Gemeinde wurde aber nicht überschwemmt. In Guben selbst standen zwei Straßen in Flussnähe unter Wasser und Keller liefen voll. In der polnischen Schwesterstadt Gubin wurden mehrere Straßen überflutet.

ala/dpa/AFP

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Hochwasser - Alarmstufen in Deutschland

Wer ruft die Alarmstufen aus?

An deutschen Flüssen gibt es bei Hochwasser bis zu vier Alarmstufen, sobald die für jeden Flussabschnitt festgelegten Hochwassermeldepegel erreicht werden. Die Alarmstufen 1 und 2 werden von der Landesbehörde ausgerufen, die Alarmstufen 3 und 4 auf deren Vorschlag hin von den Oberbürgermeistern und Landräten der betroffenen Regionen. Zudem tritt dann ein Krisenstab der Landesregierung zusammen.

Alarmstufe 1

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Das Hochwasser in Sachsen 2002

Die Katastrophe

dpa
Gewaltige Fluten, verwüstete Landstriche, zerstörte Existenzen: Nach sintflutartigen Niederschlägen begann im August 2002 das Hochwasser in der sächsischen Erzgebirgsregion. Eine verheerende Flutwelle rollte wochenlang von Tschechien durch Dresden, Dessau, Bitterfeld und Wittenberg bis nach Hitzacker in Niedersachsen. Im Dauereinsatz versuchten Zehntausende Helfer und Bundeswehrsoldaten, die Fluten mit Sandsäcken und Barrieren aufzuhalten. Dennoch brachen zahlreiche Dämme.

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