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15.08.2010
 

Flutkatastrophe

Uno-General fleht Welt um Hilfe für Pakistan an

Flutkatastrophe in Pakistan: Uno-Generalsekretär verspricht Hilfe
Fotos
Getty Images

Die Hilfe für 20 Millionen Flutopfer in Pakistan kommt nicht recht in Gang. Jetzt hat Ban Ki Moon ein Zeichen gesetzt: Bei einem Besuch im Krisengebiet verlangte der Uno-Generalsekretär von der Weltgemeinschaft mehr Unterstützung - auch aus Deutschland kommen bislang nur wenig Spenden.

Islamabad - Bei einem Besuch in Pakistan hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den Betroffenen der Flutkatastrophe mehr Unterstützung der internationalen Gemeinschaft versprochen. "Ich bin hier, um die Weltgemeinschaft dazu zu drängen, die Hilfe für das pakistanische Volk zu verstärken", sagte Moon.

Die Hilfe für Pakistan müsse beschleunigt werden, sagte er am Sonntag nach der Ankunft in Islamabad. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist bislang erst ein Viertel der für die ersten Hilfseinsätze benötigten 459 Millionen Dollar angekommen. Ban traf den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari und Ministerpräsident Yusuf Raza Gilani. Später wollte er sich in den Überschwemmungsgebieten selbst ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe machen.

Eine zweite Flutwelle hat unterdessen den Süden des Landes erreicht. Nach Angaben von Meteorologen stieg der Indus in der südlichen Region Sindh an, nahe gelegene Städte, Dörfer und Siedlungen waren von Überschwemmungen bedroht. An einigen Stellen ist der Indus bereits 25 Kilometer breit, das ist 25-mal mehr als während einer normalen Monsun-Saison.

Sechs Millionen Menschen warten auf Hilfe

Bislang haben die Fluten bis zu 1600 Menschen das Leben gekostet, zwei Millionen wurden obdachlos. Uno-Angaben zufolge warten rund sechs Millionen Menschen dringend auf Nahrung, Wasser, Medizin und ein Obdach. Die Wassermassen hätten Lebensmittelvorräte und das Getreide auf den Feldern zunichte gemacht, sagte Regierungschef Yousuf Raza Gilani.

Erstmals sind nach einem Fernsehbericht fünf Kinder an Unterernährung gestorben. Wie der Sender Dawn TV am Sonntag unter Berufung auf einen Regionalpolitiker berichtete, sind die Todesfälle im Distrikt Kohistan eine Folge der schlechten Versorgungslage. Hilfskonvois könnten nicht zu den Betroffenen in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa vordringen, da die Wassermassen in der Gebirgsregion Brücken und Straßen zerstört hätten, hieß es.

"Die Regierung hat bei der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen total versagt", beklagte der Abgeordnete Abdul Sattar Khan in dem Sender. Gleichzeitig warnte er davor, dass die Zahl der Hungertoten weiter ansteigen könnte, sollten wichtigen Verbindungsstraßen nicht schnell wieder für den Verkehr geöffnet werden. Teile des Distrikts am Oberlauf des Flusses Indus waren vor knapp zwei Wochen vom Hochwasser überspült worden.

Katastrophenhelfer wollen Cholera eindämmen

Der Ausbruch der Cholera könnte die Zahl der Todesopfer weiter in die Höhe treiben: Die Uno bestätigte inzwischen eine erste Infektion im Flutgebiet. Bei einem Patienten in Mingora im Swat-Tal sei zweifelsfrei Cholera diagnostiziert worden, sagte Uno-Sprecher Maurizio Giuliano. Zudem gebe es mehrere Verdachtsfälle. Hilfsorganisationen hatten bereits in den vergangenen Tagen von Cholera-Fällen in der Region berichtet. Die Krankheit kann zu Austrocknung und bei ausbleibender Behandlung zum Tod führen.

Der Koordinator der US-Katastrophenhilfe zeigte sich zuversichtlich, eine Ausbreitung der Krankheit verhindern zu können. "Ich denke, dass wir das kontrollieren können", sagte Mark Ward von USAID, der amerikanischen Behörde für Entwicklungszusammenarbeit. Die gute Nachricht sei, dass man wisse, wo der kürzlich bestätigte Cholera-Fall aufgetreten sei. Jetzt könne dort gezielt geholfen werden. Um weitere Erkrankungen zu vermeiden, sei es wichtig, Betroffene rasch in Kliniken zu bringen.

Erste Hilfe von den USA

Die USA haben inzwischen 70 Millionen Dollar an finanzieller Unterstützung zur Verfügung gestellt. Außerdem trafen zwei weitere Militärhubschrauber für Rettungs- und Versorgungsflüge ein. Washington hofft auf eine bessere öffentliche Meinung in Pakistan, auf dessen Unterstützung die Regierung im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan angewiesen ist.

Der pakistanische Regierungschef Gilani lobte die Anstrengungen der USA: "Wenn jemand uns bisher mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen hat, dann die Vereinigten Staaten", sagte er. Bisher hätten die USA mehr als 3500 Menschen aus betroffenen Gebieten ausgeflogen und mehr als 186 Tonnen Material transportiert, teilte das US-Außenministerium mit.

Deutsche halten sich mit Spenden zurück

Die Bundesregierung stockt ihre humanitäre Nothilfe für Pakistan auf. Wie das Auswärtige Amt an Samstagabend in Berlin mitteilte, wird die Summe von 10 auf 15 Millionen Euro erhöht. Bei den Bundesbürgern hält sich die Spendenbereitschaft bisher in Grenzen: Nach Schätzung des Geschäftsführers des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, Burkhard Wilke, sind derzeit etwa ein bis zwei Millionen Euro an Spenden von privaten Konten eingegangen.

Für die Erdbebenopfer in Haiti seien hingegen knapp 200 Millionen Euro allein in Deutschland gespendet worden. Im Radiosender NDR-Info machte Wilke die Urlaubszeit für die zögerliche Spendenbereitschaft verantwortlich. "Das ist ein profanes, aber sehr ausschlaggebendes Element." ARD und ZDF haben sich nach Informationen des SPIEGEL gegen Spendengalas im Fernsehen entschieden.

Zudem sei die Berichterstattung über die Flut in Pakistan bei weitem nicht so dramatisch wie bei vergleichbaren Katastrophen, sagte Wilke. "Die Spendenbereitschaft hängt entscheidend davon ab, was für Nachrichten, aber auch was für Bilder transportiert werden." Hinzu komme noch die schwierige politische Situation in dem Land. "Immer dann, wenn sich Katastrophen in Kriegsgebieten abspielen, wo gut und böse nicht zu trennen sind, dämpft das die Spendenbereitschaft."

Eine britische Zeitung hatte berichtet, dass mehr als 350 Millionen Euro Hilfsgelder, die Pakistan nach einem verheerenden Erdbeben 2005 erhalten hatte, offenbar veruntreut wurden. Die Finanzmittel seien bis heute nicht in die Kassen der für den Wiederaufbau betrauten Behörde ERRA geflossen, so der "Daily Telegraph". Die Opposition fürchtet, dass deswegen die Spendenbereitschaft geringer ausfalle.

ore/AFP/apn/ddp/dpa/Reuters

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23.08.2010 von tripler: Nicht auf andere verweisen, selber spenden

Wenn ich mir so Star-Biographien in imdb.com angucke kommen solche Stars auf 2 Filme im Jahr. Das heisst im Jahr verdienen die 40 Mio. Dollar Brutto. Damit sind sie natürlich im höchsten Steuersatz aber das vernachlässigen wir [...] mehr...

23.08.2010 von stilus: In diesem Zusammenhang auch zu empfehlen:

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23.08.2010 von tripler: Sturmschäden in Deutschland

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23.08.2010 von january54:

Ich persönlich sehe Spenden oder Hilfe als humanitaere Pflicht an.Der Mensch hat die Verantwortung fuer sich für andere fuer die gesamte Zivilisation!Selbst mit der Spende von einem Euro kann ich dazu beitragen im Rahmen von [...] mehr...

23.08.2010 von Vergil:

Man sollte immer den gleichen Maßstab anlegen. Einem Reichen tut es ähnlich weh wie einem Normalverdiener, wenn er die Hälfte seines Vermögens weggibt. Bill Gates hat ca. die Hälfte seines Vermögens gespendet. Das war eine [...] mehr...

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Länderlexikon Pakistan

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Fläche: 796.000 km²

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt: Asif Ali Zardari

Regierungschef: Yousuf Raza Gilani

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