Unklar ist noch, wie die beiden giftigen Gase in die Kohlensäure gelangt sind. Kohlendioxyd, ungenau auch Kohlensäure genannt, wird bei der Herstellung von Getränken verwendet, um diese zum Sprudeln zu bringen. Kohlensäure kommt natürlich vor, wird aber auch technisch gewonnen. Sie entsteht als Abfallprodukt von Verbrennungsprozessen zum Beispiel bei der Verbrennung von Erdöl oder Methan. Außerdem fällt Kohlendioxyd in Brauereien bei der Bier-Gärung an und in der Chemie bei der Synthese von Ammoniak.
Die technisch gewonnene und die natürliche Kohlensäure enthält meist geringe Mengen anderer Gase, je nachdem welcher Stoff verbrannt oder gegoren wurde. Diese Verunreinigungen werden in mehreren Schritten durch Katalysatoren und Trocknungsprozesse herausgefiltert. Kohlendioxyd wird von den Herstellern in unterschiedlichen Reinheitsklassen angeboten - je nachdem, ob es für medizinische Zwecke, für Lebensmittel oder industriell verwendet werden soll. In minderer Qualität (nicht für Lebensmittel geeignet) darf Kohlensäure die jetzt in der Coca-Cola gefundenden giftigen Gase Schwefelwasserstoff und Kohlenoxidsulfid enthalten.
Schwefelwasserstoff, ein farbloses, sehr giftiges Gas macht sich schon in kleinsten Konzentrationen mit einem starken Geruch bemerkbar - nach verdorbenen Eiern. Wenn Schwefelwasserstoff eingeatmet wird, kann es Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen auslösen, den meisten aus der Schule bekannt als "Stinkbomben-Effekt". Auch Kohlenoxidsulfid ist ein übelriechendes farbloses Gas. Es ist sehr leicht entzündlich. In Verbindung mit Wasser entsteht aus Kohlenoxidsulfid Schwefelwasserstoff.
Die in den Getränken Coca-Cola, Sprite, Fanta und Coca-Cola-light gefundene Konzentration beträgt nach Angaben des Konzerns fünf bis 15 "parts per million". Das heißt, daß in einer Million Teile Kohlensäure fünf bis 15 Teile Schwefelwasserstoff enthalten sind. Oder anders ausgedrückt: fünf bis 15 Milligramm pro Liter. Die Geruchsschwelle liegt bereits bei 0,5 Milligramm. Die verseuchten Getränke dürften bei der angebenen Menge Schwefelwasserstoff riechen wie faule Eier.
Unklar ist, wann die Verunreinigungen in die Kohlensäure gelangt sind. Kohlensäure für Lebensmittel wird in flüssiger Form ausgeliefert und in Tankwagen mit einem Innendruck von 15 Bar bei Minus 25 Grad transportiert. Bei den Käufern wird das Gas in Vakuumbehälter umgefüllt. Für die Transporte bestehen strenge Qualitätsrichtlinien.
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