In den Alpen sind Gondeln, wie hier in Latemar, ja nichts besonderes
Mecklenburg-Vorpommern ist äußerst vielseitig. Es gibt eine Küste und schöne Strände und viele, viele Seen. Was es nicht gibt sind Berge - die höchste Erhebung misst gerade mal 179 Meter über dem Meeresspiegel. Trotzdem hat das Bundesland seit heute ein Seilbahngesetz. Das muss so sein, weil die EU-Kommission es so verlangt hat.
Die Ausfertigung des 35 Seiten starken Gesetzeswerkes habe einen hohen bürokratischen Aufwand erfordert, viele Leute seien beschäftigt worden, sagte Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) heute am Rande der Landtagssitzung. Jetzt ist im "LSeilbG", das ist das Kürzel für das bürokratische Ungetüm, in 32 Paragrafen der ordnungsgemäße Umgang mit Seilbahnen geregelt.
Sogar im brasilianischen Rio de Janeiro gibt es eine Seilbahn
Was eine Seilbahn ist und was nicht, ist in den Vorgaben der Europäischen Kommission nachzulesen. "Seilbahnen sind Anlagen für den Personenverkehr aus mehreren Bauteilen, die geplant, gebaut, montiert und in Betrieb genommen werden, um Personen zu befördern."
Und selbst Hannover befördert Expo-Besucher in fliegenden Kabinen
Unklar war zunächst auch, ob die Sommerrodelbahn Malchow unter das Gesetz fallen könnte - immerhin werden Menschen dort auf einen 30 Meter hohen Hügel gezogen. Aber die Beförderung erfolgt auf Rollschlitten mit einer Stahltrosse: "Das ist ein Schlepplift", sagte Jörg Dietzel von der Rodelbahn gegenüber SPIEGEL TV. Also auch keine Seilbahn.
Warum sollte man dann nicht an der Ostsee, bei Warnemünde zum Beispiel, eine Bahn bauen?
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