Von Annette Langer
Raab: "Ich leide auch"
Köln - Bereits vor vier Tagen hatte Schumachers Manager Willi Weber dem umstrittenen Fernsehmoderator mit einer Millionenklage gedroht, sollte er den Formel-1-Piloten und seine Gattin weiter wegen einer unlängst publik gewordenen Beteiligung an einer Beate-Uhse-Tochterfirma aufziehen. Jetzt bestätigte Raab via TV-Bildschirm den Eingang einer schriftlichen Abmahnung von Seiten des prominenten Paares - und weidete sich vor einem Millionenpublikum am Inhalt des Briefes.
Raab habe "die Grenzen der erlaubten Satire nicht gewahrt", zitierte der Berufsberserker gestern Abend in seiner Sendung "TV Total" aus dem Schreiben des Anwalts. "Welche Grenzen?", empörte sich Raab vor laufender Kamera. "Wir fangen doch gerade erst an!" Auch die Behauptung, der pornografische Kontext seiner Aktionen werde "als dubios empfunden", wollte Raab mit Hinweis auf das traditionelle Warensortiment in Beate-Uhse-Shops nicht gelten lassen. Den Vorwurf, das "Team- und Sponsorenumfeld" der Schumachers könne von den Attacken des Showmasters "betroffen sein", konnte Raab indes nur bestärken. "Es ist schon betroffen!"
Ralf Schumacher: Von Raab "humorisiert" worden
Auch psychologische Momente prallten an Raab ab wie der Toyota am Reifenstapel. Cora leide unter Stefan Raab, habe es geheißen. "Ich leide auch, wenn Cora in rosa Cowboystiefeln durch die Boxengasse läuft", so der Komiker lakonisch.
Indigniert vernahm Raab folgende Passage des Schreibens: Sollte der Moderator die Unterlassungsklage einschließlich Verpflichtungserklärung nicht fristgerecht unterschrieben zurücksenden, behalte sich der Rennfahrer die "gerichtliche Geltendmachung" vor. "Das haben wir gerne: Seine Steuern nicht in Deutschland zahlen, aber die deutsche Justiz bemühen", schoss Raab zurück.
Wohlwollend stimmte ihn offenbar Schumachers Vorschlag, die Verkaufserlöse nach Erteilung der notwendigen Lizenzen für einen guten Zweck zu spenden. "Gute Idee", freute sich Raab und erklärte auch gleich, wem er das Geld geben wolle: Dem eingetragenen Verein zur Prävention und gegen sexuellen Missbrauch "Cora e.V." Sollte der T-Shirt-Verkauf auf Grund einer Klage verboten werden, habe er inzwischen auch Baseballmützen und Flaggen im Angebot, so der Entertainer. Sprach's und schwenkte ein rot-weißes "Porno-Ralle"-Banner über den Köpfen der Studiogäste. Wenn alle Zuschauer ordentlich bestellen würden, könnten die Schumachers doch nicht im Ernst den Verkauf stoppen und damit den gemeinnützigen Verein um sein Geld bringen, so Raab.
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