Hamburg - Üblicherweise knüpfen neu gewählte Päpste an den letzten ihrer Namens-Vorgänger an - in diesem Falle wäre das also Benedikt XV. Doch wer war dieser Papst?
Nach Angaben des Internet-Lexikons "Wikipedia" lebte Benedikt XV., der mit gebürtigem Namen Giacomo della Chiesa hieß, von 1854 bis 1922. Laut "Wikipedia" war Benedikt seit 1887 an der Kurie tätig. 1907 schließlich ernannte ihn Papst Pius X. zum Erzbischof von Bologna und 1914 zum Kardinal. Noch im selben Jahr wurde der gebürtige Genueser am 3. September zum Papst gewählt. Sein Pontifikat dauerte bis 1922. Weil er sich engagiert gegen den Ersten Weltkrieg einsetzte, wurde er als "Friedenspapst" bekannt. Nur wenige Wochen vor seiner Wahl war der Weltkrieg ausgebrochen. Der neue Papst bewies sich als ein starker Kämpfer für den Frieden, auch wenn seine Appelle weitgehend ungehört verhallten. Nach Angaben des österreichischen Internet-Nachrichtendienstes "Kurier" griff Benedikt sogar in die Vatikankasse, um Verwundeten, Flüchtlingen und Vertriebenen zu helfen.
Als politischen Erfolg konnte er die diplomatische Anerkennung des Heiligen Stuhls durch Großbritannien und Frankreich verbuchen. Persönlich neigte Papst Benedikt zwar der Sache Frankreichs zu, wahrte aber die Neutralität der Kirche und des Heiligen Stuhls. Am 16. November 1914 bat er in einer Enzyklika eindringlich um Frieden, 1917 machte er einen Verhandlungsvorschlag zum Abbruch des Krieges, der jedoch noch ein ganzes weiteres Jahr dauerte. Nach der Niederlage Deutschlands und Österreichs setzte er sich gegen die harten Maßnahmen der Sieger ein, die diese unter anderem im Versailler Vertrag festschrieben. An den Verhandlungstisch ließen die Siegermächte den Pontifex jedoch nicht.
Nach Angaben des Internet-Dienstes der Erzdiözese Wien betrieb Benedikt eine wichtige innerkirchliche Kurskorrektur und beendete während seines Pontifikats die antimodernistische Hexenjagd seines Vorgängers Pius X. Damit gelang es ihm, die beiden kirchlichen Lager der Traditionalisten und der Modernisten wieder zu versöhnen. Zudem bereitete er laut "Kurier" den Weg für eine Aussöhnung des Vatikans mit Frankreich, indem er 1920 Johanna von Orléans heilig sprach.
Der Münsteraner Theologe Horst Herrmann äußerte dagegen die Vermutung, dass Ratzinger bei der Wahl seines Papst-Namens noch weiter in der Vergangenheit zurückgegangen ist und sich in Wahrheit auf Benedikt XIV. bezieht. Dieser wurde 1675 in Bologna geboren und galt als eher intellektuell geprägter Pontifex, der beispielsweise mit dem französischen Philosophen Voltaire in Briefkontakt gestanden haben soll.
Er wurde im August 1740 zum Papst gewählt. Benedikt XIV. modernisierte die Kirchenverwaltung, das Sakramentsrecht und die Mönchsorden. Dabei scheute er sich auch nicht vor der Konfrontation mit dem einflussreichen Jesuiten-Orden. Außerdem hob er den Bann gegen die bis dahin verbotene Lehre des Nikolaus Kopernikus auf. 1758 starb Benedikt XIV. in Rom.
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